Das Wundermittel „Sport/Bewegung“

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Wieder einmal fiel eine interessante Studie der University of Buffalo ins Auge: diesmal geht es um die rasche Wiederherstellung nach Gehirnerschütterungen, die durch die Sportausübung hervorgerufen wurden.

Die Frage, die sich die Autoren stellten war, wie sich eine geringe aerobe Ausdauerbelastung (unterhalb der Schwelle, die Symptome auslösen würde) gegenüber einem Strechingprogramm (als Placebo) auf die Wiederherstellung junger Erwachsener, die eine Gehirnerschütterung erlitten hatten, auswirken würde.

Ergebnis dieser randomisierten klinischen Studie mit 103 Jugendlichen war, dass sich diejenigen schneller erholten, die der Ausdauereinheit zugeordnet waren. Der signifikante Unterschied betrug 13 vs. 17 Tage. Somit scheint sich eine gering belastende aerobe Einheit als effektive Behandlung herauszustellen.

Die Studie ist dabei die erste randomisierte klinische Studie einer Behandlung in der Akutphase nach einer sportbezogenen Gehirnerschütterung. Ziel war es, innerhalb der ersten Woche nach einer Gehirnerschütterung bei jungen Erwachsenen – nach einigen Ruhetagen –  ein verordnetes Ausdauertraining unterhalb jener Schwelle, die Symptome auslösen würde, als Behandlung zu bewerten. Dieses individualisierte Programm erwies sich als beste Möglichkeit, Gehirnerschütterungen bei jungen Erwachsenen zu behandeln – ob sie auch bei Erwachsenen wirkt, muss nun erst erforscht werden.

Dabei muss man sehen, dass der herkömmliche Behandlungsansatz bei Gehirnerschütterungen bis jetzt aus fast vollständiger Ruhe (körperlich und geistig) besteht.

Anekdotisch passt dazu ein persönliches Erlebnis nach einem schweren Autounfall mit Schädel-Hirn-Trauma in Spanien. Das Spital entlies die Patientin nach einer kurzen Nacht „Beobachtung“, im Aussehen wie Hermine Munster, mit zwei tiefblauen Hämatomen um die Augen bis über den Hals und mit jod-orange getränktem Stirnverband. Das war im Februar, auf dem Heimweg von einem Trainingslager. Nach Wiederkehr in die Heimat wurde am Zimmerfahrrad mit ganz leichter Bewegung begonnen – erst 30 Minuten, dann 2x 30 Minuten, dann 1 Stunde etc. – langsames Wiederherantasten an ordentliche Bewegung, Stabilisation des Kreislaufs, und Abbau der „Watte im Kopf“. Es hat schnell und gut geholfen – im Mai konnte „frau“ den Duathlon-Staatsmeistertitel (10 Kilometer Laufen, 40 Kilometer Radfahren, 5 Kilometer Laufen) erringen.

Bewegung scheint also doch so eine Art Wundermittel zu sein!

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