Dies und das – 2

0

Und hier unsere zweite Ausgabe von interessanten Forschungsergebnissen:

1- Die energieeffiziente Waschmaschine – Club Med für Bakterien (auch multiresistente!)
Das ist jetzt nicht wirklich wahnsinnig überraschend, aber: Erstmals haben die Forscher eine Waschmaschine als Reservoir für multiresistente Krankheitserreger identifiziert. Die Krankheitserreger – ein einziger Klon von Klebsiella oxytoca – wurden auf einer frühgeburtlichen Intensivstation in Deutschland wiederholt auf Neugeborene übertragen. Die Übertragung konnte erst gestoppt werden, als eine Waschmaschine aus dem Krankenhaus entfernt wurde. Es zeigte sich, dass Klebsiella oxytoca-Stämme in der Waschmittelschublade und auf der Gummidichtung dieser Haushaltswaschmaschine vorhanden waren, die zum Waschen der Wäsche der Neugeborenen sowie in zwei Waschbecken verwendet wurde.
Problematisch dabei ist, dass die Waschtemperaturen heute im Zuge der Ökowelle niedrig sind („Ökoprogramme“ bei 30- 40°C) und der Waschvorgang dabei mehr ein Club-Med Bad für Bakterien aber auch Hausstaubmilben udgl,darstellt, als sie abtöten zu können.

2- Wir können Kalorienwerte offensichtlich nicht gut einschätzen
Wir treffen mehrmals täglich Entscheidungen bzgl. unserer Ernährung – von wann wir essen bis hin zur Frage wieviel. Doch zeigt eine neue Studie der University of Otago, Neuseeland, dass wir nicht sehr gut darin sind, die Energiedichte unserer Nahrung zu beurteilen. Das fügt sich gut zur Erkenntnis, dass der Körper ja ohnehin keine Kalorien zählt. Die „Energiedichte“ (die Kalorien, also der reine Verbrennungswert) zählt für ihn nur im Sinne: jetzt essen soviel wie nur geht, man weiß nicht, wann es wieder etwas gibt. (ja, wir sind hier noch echte Steinzeitmenschen, die keinen Supermarkt um die Ecke hatten. Wichtig ist aber die „Ernährungsqualität“ (was brauche ich jetzt, und ist das in dem Futter auch vorhanden?)

3- Rotes Fleisch – heiß umstritten in den Ernährungslehren (oder -leeren)
Eine große Studie unter der Leitung von Forschern der Universitäten McMaster und Dalhousie hat ergeben, dass eine Reduktion von rotem Fleisch wenig Einfluss auf die Gesundheit hat. Die Gruppe internationaler Wissenschaftler hat die Beweise systematisch überprüft und empfohlen, dass die meisten Erwachsenen weiterhin ihren derzeitigen Gehalt an rotem und verarbeitetem Fleisch essen sollten. Die Forscher führten dabei vier systematische Übersichtsarbeiten durch, die sich auf randomisierte kontrollierte Studien und Beobachtungsstudien konzentrierten. Dabei wurde auf die Auswirkungen des Konsums von rotem Fleisch und verarbeitetem Fleisch auf das Risiko für die kardiometabolische Gesundheit, Diabetes oder Krebs fokussiert. Es wurden keine statistisch signifikanten oder wichtigen Zusammenhänge gefunden.

4- Gekocht oder roh – nein, das ist unseren Mitbewohnern nicht egal!
Wissenschaftler der UC San Francisco und der Harvard University haben zum ersten Mal gezeigt, dass das Kochen von Lebensmitteln die Mikrobiome von Mäusen und Menschen grundlegend verändert, was sowohl für die Optimierung unserer mikrobiellen Gesundheit als auch für das Verständnis, wie das Kochen die Entwicklung unserer Mikrobiome in der menschlichen Vorgeschichte verändert haben könnte, von Bedeutung ist.
Rohes versus gekochtes Fleisch hatte überraschenderweise keinen erkennbaren Einfluss auf die Darmmikroben der Tiere, im Gegensatz zu rohen und gekochten Süßkartoffeln oder anderen Gemüsen.
Die Gruppe führte die mikrobiellen Veränderungen, die sie sah, auf zwei Schlüsselfaktoren zurück: gekochte Nahrung erlaubt es dem Wirt, mehr Kalorien im Dünndarm aufzunehmen, wodurch weniger für hungrige Mikroben weiter unten im Darm übrig bleibt; andererseits enthalten viele rohen Lebensmittel starke antimikrobielle Verbindungen, die bestimmte Mikroben direkt zu schädigen scheinen.
Die mikrobiomatischen Veränderungen konnten auch beim Menschen ausgelöst werden!  Und wieder einmal bestätigt sich: es ist sehr wichtig WAS wir unserem Körper zuführen – und das diese Nahrung unserem Körper evolutionär bekannt sein muss. Bausteine aus dem Chemiebaukasten gehören definitiv nicht dazu!

Teilen auf: