Eigentlich richtige Erkenntnis

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Manche „Studien“ bringen einen zum Schmunzeln – vor allem, wenn man eine eigentlich richtige Erkenntnis (Sport und Bewegung sind essentiell) mit intellektuellen Spezialitäten aufpeppt.

Eine Studie der ASKÖ mit dem schönen Titel „Bewegung gewinnt gegen Corona“ – eigentlich die Trägerrakete für die Forderung nach mehr Geld (für „Kinder gesund bewegen“ und dann auch für die Bewegung von Senioren und Arbeitslosen und was sonst noch betreut werden könnte) – ist ein interessanter Lesestoff.

„Die öffentliche Stimmung schreit nach Bewegung“ schreit auch der Untertitel der OTS Aussendung über die Erkenntnisse der Studie, die das Bewegungsverhalten der österreichischen Bevölkerung im April 2020 im Kontext mit den Auswirkungen des „Corona-Shutdowns“ aufzeigt. 1007 repräsentativ ausgewählte Personen im Alter zwischen 15 und 74 Jahren wurden befragt.

Die Zahlen aus der Studie legen das mit „repräsentativ“ nicht ganz nahe – die Statistik Austria hat eine andere prozentuale Verteilung für die angeführten Altersgruppen (z.B. 13,6% Statistik Austria versus 18% für die Studie), und 50% Gartenbesitzer der Befragten, bzw. 88% mit fußläufiger Erreichbarkeit von Wald oder Freifläche lassen dann doch staunen. Aber sei’s drum.

Was will uns die Studie vermitteln? Die Grundaussagen sind
* Die Corona-Krise stresst.
Das ist nun keine wirkliche Überraschung, dass sich vorallem Arbeitslose und in Ausbildung stehende gestresst fühlen.
* Die Bedeutung von Bewegung und Sport für die Zukunft steigt
Auch hier zeigt die Auswertung, dass Arbeitslose, in Ausbildung befindliche, Jüngere dem Sport mehr Bedeutung beimessen und ihn für sich zukünftig wichtig halten.
* Und 38% der Befragten haben ihr Bewegungsverhalten verändert
Das klingt nach den vorhergehenden Aussagen nach 38% machen mehr – ist aber so nicht. Die Feststellung wäre korrekter, dass netto gesehen WENIGER Sport und Bewegung pro Woche gemacht wird. Nämlich von 19%, die 3,6 Stunden weniger aktiv sind und damit die 19%, die 3,5 Stunden mehr machen, aufheben.

Man könnte polemisch auch sagen, die Studie stellt fest, dass diejenigen, die durch den Wirtschaftsniederbruch und die Quarantänemaßnahmen nicht mehr beruflich/ausbildungsmäßig aktiv sein können, sich die Zeit halt mit Sport vertreiben, während insgesamt die Zeit, die mit Sport und Bewegung verbracht wird, gesunken ist.

Allerdings haben wir ja schon letztens festgestellt: wenn man Sport verbietet, wird er gemacht. Und das wäre auch eine Erkenntnis aus der Studie, wenn sie am Schluss festhält, dass 40% der Befragten MEHR Aktivität von Menschen im Freien und 37% MEHR Aktivität von Menschen zu Hause feststellen. Die Krux: dazu braucht man keine Dachverbände, Vereine oder sonstige Institutionen. Laufen, Radeln, Walken und über Youtube Fitness-Tutorials mitmachen benötigt nix außer dem eigenen Willen, und der wurde offensichtlich in Zeiten den Shutdowns ganz alleine wiederentdeckt.

Und so darf man als selbst aktiver Mensch feststellen: ja, da sind viele in den letzten Wochen selbst aktiv geworden, radeln, laufen und walken – und ja, da gibt es mehr Aktivität, und hoffentlich bleiben viele auch dabei!

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