Fitte Fette? Nicht wirklich!

0

Hartnäckig hält sich die Meinung, dass man auch mit mehr Gewicht auf den Rippen fit sein kann – nicht wirklich, meint eine neue Studie!

Denn körperliche Aktivität macht die negativen Auswirkungen von Übergewicht auf die Herzgesundheit nicht ungeschehen – und somit ist die Aussage der Forscher der European University in Madrid, die die Studie gemacht haben einfach: man kann nicht fett, aber gesund sein. Regelmäßiger Sport beseitigt nicht die negativen, gesundheitlichen Auswirkungen von zuviel Fett auf den Rippen; wobei es allerdings Hinweise gibt, dass das Fitnesslevel zumindest mildernd auf die negativen Aspekte von Übergewicht wirken kann

Man ging vor der vorliegenden Studie von der Annahme aus, dass bei Kindern und Erwachsenen der Status „fett, aber fit“ mit einem ähnlichen Gesundheitsniveau bzgl. Herzerkrankungen assoziiert wäre wie bei der Kategorie „dünn, aber unfit“. Was in Folge zu Vorschlägen in der Gesundheitspolitik geführt hat, die körperliche Aktivität priorisiert haben.

Die vorgestellte Studie hat nun versucht, die Zusammenhänge zwischen Aktivität, Körpergewicht und Herzgesundheit zu klären. Dazu wurden die Daten von 527.662 berufstätigen Erwachsenen verwendet, die bei einer großen spanischen Gesellschaft für Risikovorsorge versichert waren. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer betrug 42 Jahre und 32% waren Frauen.

Die Teilnehmer wurden in die Kategorien „Normalgewichtig“ (BMI 20,0-24,9 kg/m2), „Übergewichtig“ (BMI 25,0-29,9 kg/m2) oder „Fettleibig“ (BMI 30,0 kg/m2 oder höher) eingeteilt. Zusätzlich wurden sie nach ihrem Aktivitätsniveau eingeteilt: 1) regelmäßig aktiv, definiert als das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Erwachsene empfohlene Minimum; 2) unzureichend aktiv (etwas mäßige bis kräftige körperliche Aktivität pro Woche, aber weniger als das WHO-Minimum); 3) inaktiv (keine Bewegung). Die kardiovaskuläre Gesundheit wurde anhand der drei Hauptrisikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall bestimmt, nämlich Diabetes, hoher Cholesterinspiegel und hoher Blutdruck.

Ungefähr 42 % der Teilnehmer waren normalgewichtig, 41 % waren übergewichtig und 18 % waren fettleibig. Die Mehrheit war inaktiv (63,5 %), 12,3 % waren unzureichend aktiv und 24,2 % waren regelmäßig aktiv. Etwa 30 % hatten einen hohen Cholesterinspiegel, 15 % einen hohen Blutdruck und 3 % hatten Diabetes.

Die Forscher untersuchten die Zusammenhänge zwischen jeder BMI- und Aktivitätsgruppe und den drei Risikofaktoren. Bei allen BMI-Werten war jede Aktivität (egal ob sie dem WHO-Minimum entsprach oder nicht) mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit von Diabetes, Bluthochdruck oder hohem Cholesterinspiegel verbunden, verglichen mit gar keiner Bewegung. Was bedeutet, dass jeder, unabhängig von seinem Körpergewicht, körperlich aktiv sein sollte, um seine Gesundheit zu schützen. In allen Gewichtsklassen sank die Wahrscheinlichkeit für Diabetes und Bluthochdruck mit steigender körperlicher Aktivität.

Übergewichtige und fettleibige Teilnehmer hatten jedoch unabhängig vom Aktivitätsniveau ein höheres kardiovaskuläres Risiko als Gleichaltrige mit normalem Gewicht. Im Vergleich zu inaktiven normalgewichtigen Personen hatten aktive fettleibige Personen zum Beispiel ein etwa doppelt so hohes Risiko für einen hohen Cholesterinspiegel, ein viermal höheres Risiko für Diabetes und ein fünfmal höheres Risiko für Bluthochdruck. So scheint Bewegung die negativen Auswirkungen von Übergewicht nicht zu kompensieren. Der Kampf gegen Fettleibigkeit und Inaktivität ist gleichermaßen wichtig; es sollte ein gemeinsamer Kampf sein. Gewichtsabnahme sollte zusammen mit der Förderung eines aktiven Lebensstils ein vorrangiges Ziel der Gesundheitspolitik bleiben.

Teilen auf: