Hoher Blutzucker programmiert Stammzellen um

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Eine Studie der British Heart Foundation von Juli 2021 zeigt, dass ein hoher Blutzuckerspiegel Stammzellen umprogrammiert, was zu einer dauerhaften Erhöhung des Risikos für Atherosklerose führt.

Der hohe Blutzuckerspiegel – assoziiert mit Diabetes – verändert Stammzellen im Knochenmark, die dabei zu Makrophagen werden. Diese werden in Folge entzündlich und tragen zur Entwicklung von atherosklerotischen Plaques bei, die Herzinfarkte verursachen können.

Das erklärt, warum Diabetiker ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte haben – und das selbst dann, wenn der Blutzuckerspiegel wieder gesenkt wurde.

Für die Studie wurden die Unterschiede in den weißen Blutkörperchen bei Menschen mit und ohne Typ-2-Diabetes untersucht. Jene von Menschen mit Typ-2-Diabetes zeigten eine stark übertriebene Entzündungsreaktion im Vergleich zu den Zellen von Menschen ohne die Erkrankung.

Bei Mäusen mit und ohne Diabetes, aus deren Knochenmark für die Studie Stammzellen extrahiert wurden, „erinnerten“ sich die Zellen aus diabetischen Mäusen an die hohe Glucosebelastung, als sie in Mäuse mit normalen Blutzuckerwerten transplantiert wurden. Diese Mäuse entwickelten fast doppelt so viele atherosklerotische Plaques. Als das Team die Mäusemakrophagen genauer untersuchte, fanden sie heraus, dass diejenigen, die sich aus Stammzellen im Knochenmark der diabetischen Mäuse entwickelt hatten, dauerhaft verändert worden waren, um sich stärker zu entzünden.

Die Studie zeigt als erste, dass Diabetes langfristige Veränderungen des Immunsystems verursacht und wie diese für den anhaltenden Anstieg des Herzinfarktrisikos verantwortlich sein könnten. Das hat auch Konsequenzen für die Behandlung von Diabetikern – Senken des Blutzuckerspiegels allein ist zu wenig.

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