Morgens oder abends Sport – egal?

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Oder doch nicht? Ergebnisse einer in der nächsten Ausgabe von „Cell Metabolism“ erscheinenden Forschungsarbeit zeigen: es macht doch einen Unterschied!

Die Arbeit wurde mit Mäusen durchgeführt, wobei gezeigt werden konnte, dass Bewegung am Morgen zu einer erhöhten Stoffwechselreaktion des Skelettmuskels führt, während Bewegung später am Tag den Energieaufwand für einen längeren Zeitraum erhöht.

Grundlage ist der zirkadiane Rhythmus, die sehr wichtige „Uhr“ des Körpers, die unsere Gesundheit nachhaltig beeinflusst.

Forscher der Universität Kopenhagen haben nun in Zusammenarbeit mit der University of California, Irvine gezeigt, dass die Wirkung von Bewegung und Sport je nach Tageszeit der Durchführung variieren kann. Die Wirkung von Bewegung am Morgen unterscheidet sich von der am Abend, was wahrscheinlich von der zirkadianen Uhr des Körpers gesteuert wird.

Das Morgentraining initiiert Genprogramme in den Muskelzellen, die sie effektiver und besser in der Lage versetzen, Zucker und Fett zu verstoffwechseln. Abendsport hingegen erhöht den Energieaufwand des ganzen Körpers über einen längeren Zeitraum. Wobei – das eine ist nicht unbedingt besser als das andere.

Training am Morgen scheint die Fähigkeit der Muskelzellen Zucker und Fett zu verstoffwechseln zu erhöhen und dieser Effekt ist interessant in Bezug auf Menschen mit starkem Übergewicht und Typ-2-Diabetes.

Andererseits zeigen die Ergebnisse auch, dass Bewegung am Abend den Energieaufwand in den Stunden nach dem Training erhöht. Daher kann kam nicht einfach schlussfolgern, dass Bewegung am Morgen besser ist als Bewegung am Abend sei.

Die Erkenntnisse sind also der Startschuss für eine Reihe weiterer Untersuchungen, zunächst die Übertragung auf Menschen, dann die Herausarbeitung potentieller Mechanismen für das zu den beiden Zeitpunkten durchgeführte Training. Interessant wird auch sein, ob die  zeitgesteuerte Bewegung als Behandlungsstrategie für Menschen mit Stoffwechselerkrankungen eingesetzt werden kann.

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