Mythbusters 3

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Hie ein paar neue Einblicke in gängige Mythen:

1- Feinstaubfrei am Fahrrad
Wer in Graz unterwegs ist sieht immer wieder Radfahrer und vorallem -innen mit einem netten Aufkleber am Rad: „Feinstaubfrei“. Nun, das ist so wahrscheinlich wie hirnfrei …. den selbst wenn man dieses Wunder der Natur nicht nutzt, existiert es. Und ebenso ist ein Fahrrad nicht feinstaubfrei zu betreiben – außer man berührt beim Fahren nie den Boden mit den Reifen und man bremst dazu nie. Jedes normale Rad wird mit Reifenabrieb und Felgenverschleiß dienen und dabei Feinstaub produzieren. Dieser entsteht nämlich zu 85% durch eben Reifen-, Bremsen-, Straßenabrieb und Aufwirbelung von Staub von den Straßen. Ein Rad hat dabei typischerweise einen Felgenverschleiß von 0,1 Millimeter auf 1000 Kilometer, was bedeutet, dass beim Bremsen Metalloxide in die Umgebung entweichen, deren Menge etwa 3-4mg/km beträgt.

2- E-Bikes sind gut und super für die Gesundheit
E-Bikes sind nichts anderes als eine Krücke für Menschen, die eine Beeinträchtigung haben – ansonsten könnten sie sich mit ihrer Muskelkraft zu ihrem Ziel bewegen. Ausgenommen sind dabei jene, die in der Stadt zu Terminen unterwegs sind, dabei das Auto ersetzten und nicht verschwitzt ankommen wollen. Für einen normalen, sportlichen Radler ist aber nur gesund, sich seine Kondition zu erarbeiten und mit einem „echten“ Rad unterwegs zu sein – man vermeidet die Umweltbelastung durch den Akku und man ist auf der sicheren Seite, denn dort, wo man hinaufgestrampelt ist, kommt man durch seine Grundlagen auch wieder gesund hinunter. Viele E-Biker unterschätzen das sträflich, wo der Motor doch so angenehm hinaufschiebt.
Für das Handling eines E-Bikes braucht man Kondition und ordentlich Kraft (das Ding ist schwer), eine gute Koordination und ein sehr gutes Reaktionsvermögen (es ist ja deutlich schneller als ein normales Rad) – alles Dinge, deren Fehlen den Kauf eines E-Bikes so schmackhaft machen. Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: von 40 getöteten Radlern 2018 in Österreich waren 17 E-Biker – ein weit überproportionaler Anteil!

3- Schweiß riecht immer unangenehm
Nicht wirklich. Schweiß ist eigentlich so gut wie geruchlos. Er besteht zu 99% aus Wasser, Elektrolyten wie Natrium, Chlor, Kalium, sowie Laktat und anderen Bestandteilen wie Ameisensäure, Buttersäure, Hexansäure, Harnstoff, Harnsäure, Bicarbonat und Cholesterin. Wir produzieren ihn immer, auch ohne Anstrengung oder Hitze, wobei der Salzgehalt bei starkem Schwitzen reduziert wird. Schweiß braucht man zur Thermoregulation des Körpers, er erzeugt einen antimikrobiellen Film auf der Haut (den Säureschutzmantel) und er wirkt auch als natürliches Sonnenschutzmittel!
Der oft unangenehme Geruch wird durch den Abbau von langkettigen Fettsäuren zu Ameisensäure oder Buttersäure erzeugt – und dafür sind wieder unsere Mitbewohner zuständig, in diesem Fall jene auf der Haut. (die Hautflora). Die sind wiederum, so wie das Mikrobiom, abhängig vom Menschen und seiner Lebensweise. Je gesünder und aktiver der Mensch isst und ist, desto freundlicher auch seine Hautflora.

Aber auch Knoblauch, Zwiebel, Gewürze, oder Genußmittel oder Krankheiten können den Schweiß stark riechen lassen.
Und wer lange Läufe absolviert und dabei seine Aminosäurespeicher anknabbern muss, weil Kohlenhydrate zu Ende sind und damit Fette nicht mehr verbrannt werden können, kann mit einem Ammoniakgeruch rechnen.

 

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