Neujahrsvorsätze – und der erste Schritt in die weitere Trägheit

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Das Jahr 2019 ist noch ganz jung, aber auf allen Kanälen wird man mit „guten Vorsätzen“, „mehr Bewegung“, „mehr Sport“, „gesündere Ernährung“ bombardiert.

Man staunt über gut im Fett stehende Läufer und -innen, die über gesunde Ernährung erzählen, unaustrainierte Kraftsportler, die über Muskelaufbau philisophieren oder Fitness-Coaches mit deutlichem Schwimmreifen und Bauchfett.(……der Beweis, dass der Sixpack in der Küche gemacht wird!)

Oder auch über kleinere Ausgaben von Hulk, die Burpees, Liegestütz und Core-Training an das untrainierte Volk verkaufen – und sich wundern, dass dieses völlig überfordert bald wieder auf der Couch liegt.

Und die Ernährungsvorschläge kommen aus dem letzten Jahrhundert – viele gute Kohlenhydrate essen, weil das wäre unsere Energiequelle ….. ja eh, wenn wir dazu 1 Stunde Schwellendauerlauf (anaerobe Schwelle!) absolvieren, oder 2 Stunden im mittleren Intensitätsbereich (um die 2 mmol Lactat), um die Kohlenhydrate wieder zu verbrennen – wir erinnern uns, Kohlenhydrate sind reiner Brennstoff, wir „laufen“ stoffwechseltechnisch auf Fett, das auch Baustoff ist.
Und: je bekannter eine Bewegung für den Körper ist, desto ökonomischer funktioniert er, braucht also dann weniger Brennstoff für die gleiche Leistung.

Das intensive Training war übrigens meine Vergangenheit, mit 130km durchschnittlicher Laufleistung pro Woche, 3:12min anaerober Schwelle und langsamen Dauerläufen unter 4:00min pro Kilometer. Da kann man schon seine 60% der täglichen Kalorien aus Kohlenhydraten beziehen – wobei der heutige Trend auch im Hochleistungssport in Richtung zumindest teilweiser Keto-Diät geht, mit durchaus beachtlichen Erfolgen.

Warum wir fett werden haben wir euch ja schon ein paarmal erzählt (hier und hier und hier und auch hier – daran hat sich nix geändert, auch nicht daran, dass wir unseren Kalorienverbrauch gar nicht so steuern können, dass die Bilanz immer auf „Null“ ausgeht. Die Rechnung: 1 Bissen von einem Apfel (ca. 20 kcal) pro Tag zuviel für die Balance, bedeutet 1 Kilo Fett mehr auf den Rippen (oder eher um den Bauchnabel) pro Jahr! Und Hand auf’s Herz – wer kann seinen Kalorienbedarf tatächlich so genau steuern? Es geht also um einen austarierten Stoffwechsel (und Balance mit seinem Mikrobiom), nicht um eine Kalorienbilanz.

Auch im Bewegungsbereich staunt man über die Vorschäge – Otto und Ottilie Normalverbraucher werden, so einmal von der Couch erhoben, kaum Burpees – und auch keine abgespeckten Formen davon – absolvieren können. Und auch keine Liegestütz, Crunches udgl. Hier sind flächendeckend Frust und eventuell Verletzungen vorprogrammiert. Deshalb sind die Fitness-Studios im Jänner ausgebucht und ab Ende Jänner wieder leer.

Wie sollte man denn aber wirklich vorgehen?

1- man muss sich bewußt sein, dass man sein Leben ändern will, es dann auch tut und die Änderung beibehält
2- es geht zunächst um eine neue Diät im englischen Sinne – eine Ernährungsumstellung, die man sein Leben lang gerne aushält
3- damit wird man auch seine Mitbewohner im Darm umgruppieren, neue aufstellen und positive gesundheitliche Ergebnisse erzielen
4- Bewegung beginnt LANGSAM
* mit einer – nennen wir es allgemeinen Aktivierung – sprich man beginnt zu wandern, marschieren, gehen, Treppen steigen, aktiv zu werden
* man steigert langsam den Ausdauerbereich und vergisst KEINESFALLS die Kräftigung
* es ist extrem wichtig, zuerst seine Muskulatur wieder zu spüren und zu aktivieren und die Übungen von ganz einfachen Ausführungen stufenweise zu schwierigeren Kombinationen zu steigern.
* man muss „abnehmen, Sport betreiben und dann wieder weiter wie bisher“ vergessen – nur Bewegung hilft nicht, „sportlich aber fett“ ist zwar eine Tatsache, aber absolut nicht gesund, und eine kurze Diät mag zwar einen schönen Abnehmerfolg zeigen, aber der Jo-Jo-Effekt wird gnadenlos zuschlagen. Man muss sich bewußt sein:

* der Sixpack wird in der Küche gemacht
* seine Kohlenhydrate muss man sich verdienen
* Lebensmittel statt Nahrungsmittel heißt die Devise

Und vielleicht bringt der gelegentliche Blick in den Spiegel etwas: Schwimmreifen und Love-Handles – trotz Workout,  abgezerrtes Aussehen, skinny fat, keine Muskulatur, keine Chance, 3 Stockwerke zu rennen – das wären Startpunkte, sein Leben umzustellen. Siehe oben.

In diesem Sinnne: auf ein schönes, aktives 2019!

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