Sport und Bewegung – die Gesundheit würde danken!

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Viele sitzen gerade zu Hause in den Home-Offices und lassen sich fast täglich von Pressekonferenzen berieseln, die uns „den Weg zurück“ verkünden. Langsam darf man also wieder ein bisschen raus, zurück zur Arbeit, in ein Cafe, in die Schule …… aber immer mit Masken, verhüllt und vermummt, mit Sicherheitsabstand. Und am besten ganz langsam, damit kein Schweißtröpfchen oder Atemtröpfchen oder sonstiger Kontakt mit einem Nachbarmenschen passiert.

Schüler und Kindergartenkinder dürfen auch wieder an ihre Ausbildungsstätten, aber keinesfalls Sport betreiben oder gar singen …. man könnte einen der wenigen Coronavirusträger erwischen und sich anstecken……

Spannenderweise empfiehlt aber gerade das IOC gemeinsam mit der vielgescholtenen WHO „to walk the talk“ und Sport auf dem Weg zur Normalität unbedingt einzubauen. Denn Sport und Bewegung fördern das Immunsystem, das uns das Überleben in einer Welt der Bakterien und Viren überhaupt ermöglicht.

Und man hat durch Bewegung und Sport gute Chancen nicht zuviel „Corona-Speck“ anzusetzen, wie ja rundherum nicht nur befürchtet wird, sondern auch passiert.

Denn eines ist, obwohl man noch nicht sehr viel über das Virus weiß, klar: Hauptrisikofaktor für schweren Erkrankungen ist Übergewicht – und in Folge das gesamte Programm des metabolischen Syndroms (Übergewicht, gestörter Fettstoffwechsel/erhöhtes Cholesterin, Insulinresistenz/Diabetes, Bluthochdruck).

Warum ist das so? Weil das Coronavirus sehr speziell und außerordentlich gut an menschliche ACE2 Rezeptoren bindet. Diese Rezeptoren wiederum sind die Haupteintrittspunkte für das Virus in die Wirtszellen, und diese Zellen mit diesen ACE2 Rezeptoren finden sich im menschlichen Körper in großer Zahl in der Nasenschleimhaut, der Lunge, der Bauchspeicheldrüse, den Nieren, im Darm, im Herzmuskel und im Endothel der Blutgefäße – und sie zirkulieren im Blut. Sie sind also quasi „überall“, was die sehr unterschiedlichen Symtome einer Corona-Infektion erklären kann.

Die Rolle von ACE2 (und seines Gegenspielers ACE) in der Steuerung von vielen Funktionen in vielen Organen ist sehr wichtig – eine Aufgabe ist dabei die Blutdruckkontrolle. ACE2 wirkt auf eine Gefläßerweiterung bei Bluthochdruck, während ACE eine Verengung bewirkt. ACE-Hemmer gegen Bluthochdruck wirken genau auf diesen Mechanismus, und sind sehr weit verbreitete Medikamente.

Mehr ACE2 – Rezeptoren bedeuten logischerweise mehr Eintrittspunkte für das Virus, was eine schwere Erkrankung wahrscheinlicher macht.

Männern haben nun höhere Konzentrationen von ACE2 im Blut als Frauen, was erklären könnte, warum Männer mit Herzinsuffizienz stärker unter dem Coronavirus leiden als Frauen. Auch COPD Patienten mit Übergewicht haben eine verstärkte ACE 2 Ausprägung.

Und Übergewicht ist ein chronisch entzündlicher Zustand, das viszerale Fett wirkt hier wie ein Organ, dass Entzündungsmarker abgibt. AGEs wiederum (advanced glycated end-products – die in unserem Blut zirkulieren, wenn wir insulinresistent sind) verursachen ebenso systemische Entzündungen. Hier ist das Immunsystem schon einmal gefragt, da kommt ein böses Virus keinesfalls gelegen,.

Eher schräg ist eine andere Auswirkung: Raucher haben auch viele ACE 2 Rezeptoren in der Lunge – die dürften aber durch das Nikotin besetzt sein, sodass sie nicht für das Virus zur Verfügung stehen. Rauchen hilft hier also offensichtlich, es gibt viel weniger Erkrankte als das statistisch sein müsste.

Es steht zu erwarten, dass hier noch viele Erkenntnisse gewonnen werden, denn wie immer ist sicher auch das ACE 2 Rezeptor vs. Virus System nicht so „straight-forward“ wie es auf den ersten Blick scheint.

Doch eines ist jetzt schon klar – Übergewicht, Stoffwechselstörungen und metabolisches Syndrom sind keine guten Voraussetzungen im Kampf gegen das Virus. Noch dazu, wo dieses Virus sich offensichtlich dem Immunsysem entziehen und es lähmen kann

Und so wäre es gescheit, möglichst schnell möglichst viel Bewegung ins Leben zu bringen. Das Immunsystem, die Waage und die Gesundheit würden danken.

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