Sportbedinge Gehirnerschütterung – Sport hilft

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Laut einer neuen Studie der University at Buffalo können sich neue Behandlungsansätze für die Behandlung von sportbedingten Gehirnerschütterungen von Jugendlichen ergeben: und zwar ganz einfach bewegen! Heißt konkret aerobes Training unter der Symptomschwelle!

Die am 30. September in The Lancet Child & Adolescent Health veröffentlichte randomisierte kontrollierte Studie, die von Forschern der Concussion Management Clinic der Universität Buffalo durchgeführt wurde, reproduziert und erweitert die 2019 in JAMA Pediatrics veröffentlichte Studie des Teams.

Jetzt wurde das erste Mal gezeigt, dass ein aerobes Training, begonnen innerhalb von 10 Tagen nach Auftritt der Gehirnerschütterung und unterhalb der Symptomschwelle durchgeführt – d. h. ein Training, das die Symptome nicht verschlimmert – das Risiko der Teilnehmer für anhaltende Symptome nach einer Gehirnerschütterung um 48% reduziert.

Strikte körperliche Schonung bis zum spontanen Abklingen der Symptome ist somit kein angezeigter Weg mehr, um sportbedingte Gehirnerschütterungen bei Jugendlichen zu behandeln. Die Ergebnisse zeigen, dass Ärzte körperliche Aktivität unterhalb der Symptomschwelle verordnen sollten, um die Genesung zu beschleunigen. Jugendliche sind ja jene, die am stärksten von Gehirnerschütterungen betroffen sind und sie brauchen am längsten, um sich zu erholen.

 

Die aktuelle Studie zeigt, dass der Ansatz nicht-pharmakologisch, sicher und wirksam ist.
Die Studienteilnehmer waren Jugendliche im Alter zwischen 13 und 18 Jahren, die sich beim Sport eine Gehirnerschütterung zugezogen hatten. Insgesamt wurden 118 Jugendliche in die Studie aufgenommen, von denen 61 an der Aerobic-Behandlung und 57 an der Placebo-Behandlung mit Dehnungsübungen teilnahmen, bei denen die Herzfrequenz nicht erhöht wurde.

Die Teilnehmer der Aerobic-Gruppe brauchten im Durchschnitt 14 Tage, um sich von der Gehirnerschütterung zu erholen, während es bei den Teilnehmern der Dehnungsgruppe 19 Tage waren.

Die aktuelle Studie unterschied sich in folgenden Punkten von der Studie des Teams aus dem Jahr 2019:
Es wurden zwei neue Standorte hinzugefügt. Die Studie wurde mit Teilnehmern durchgeführt, die in einer der UB angeschlossenen Sportklinik behandelt wurden, sowie in zwei Kliniken, die an Krankenhäuser angeschlossen sind: eine am Children’s Hospital of Philadelphia (das mit der University of Pennsylvania verbunden ist) und das Boston Children’s Hospital (das mit der Harvard Medical School verbunden ist), die eher Patienten mit schwereren Verletzungen behandeln.
Während sich die frühere Studie darauf stützte, dass die Teilnehmer Umfang und Intensität ihrer sportlichen Betätigung selbst angaben, wurden in der aktuellen Studie alle Teilnehmer mit Herzfrequenzmessgeräten ausgestattet, die sie während des Trainings trugen. Auf diese Weise konnten die Forscher überprüfen, ob sich die Teilnehmer tatsächlich an die vom Arzt verordneten aeroben Übungen hielten.
Die Studie verwendete ein anderes Forschungsdesign, das als „intent to treat“ bezeichnet wird, und schloss alle Teilnehmer ein, auch diejenigen, die die Studie vor ihrem Abschluss abbrachen – ein Ansatz, der es schwieriger macht, positive Ergebnisse zu erzielen, der aber die reale Behandlung von Gehirnerschütterungen besser widerspiegelt.
Insbesondere der Einsatz von Herzfrequenzmessgeräten vermittelte den UB-Forschern ein aussagekräftigeres Bild von den aeroben Trainingseinheiten, die die Teilnehmer zu Hause absolvierten.

 

 

 

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