Vor den Erfolg

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….. haben die Götter den Schweiß gesetzt! Und das lässt sich leider auch mit vielen Tricks nicht umgehen. Wer richtig etwas für seine Gesundheit tun will, kann das nicht „ganz ohne Anstrengung“, quasi im Vorbeigehen. Das gilt auch für die Ernährung.

Vor nicht allzu langer Zeit war es noch die „Bikinifigur“, die ab März „action“ erforderte; und dann im Herbst das Abnehmen nach den Urlaubsgenüssen, bevor die Adventmärkte und Weihnachten wieder unwiderstehliche Herausforderungen boten.

Mittlerweile ist das Trimmen der Figur eine Ganzjahresaktivität geworden, gleich geblieben sind nur die Versprechungen von „ohne Anstrengung“ und „in 30 Minuten zur Traumfigur“. Gibt es tatsächlich Leute, die das glauben? Offensichtlich ja, denn sonst würden die Fitness-Studios nicht im Jänner überrannt werden, um dann ab Februar wieder auf Normalbetrieb zu schalten.

Woran liegt es? Daran, dass die Götter eben vor den Erfolg den Schweiß gesetzt haben. Wer meint, Laufen zu beginnen (meist zu schnell – hier die Info, wie es geht) und damit eine „schöne Figur“ (kaum jemand, der das nicht in Kombination mit Laufen verspricht) zu bekommen, wird bitter enttäuscht werden. Schon mal einen Blick in einen Laufevent geworfen? Vorherrschend sind ausgezehrte, dürre Menschen, die keinen Gramm Muskulatur zu tragen scheinen. Und eigentlich erlebt vor allem Frau ja, dass weniger Gewicht schnellere Zeiten bedeutet. Anorexia athletica lässt grüßen.

Außerdem hält sich ja noch immer hartnäckig die Fama, dass man unbedingt Ausdauersport (Laufen, Radfahren, Walken) für die Gesundheit machen muss. Krafttraining kommt gar nicht vor – oder habt ihr schon mal probiert auf den diversen Gesundheits-Apps „Krafttraining“ zu verzeichnen? Aber um gerecht zu sein: jene Apps, die Krafttraining featuren haben auch keine Ausdaueruntereinheit.

Ja und Frauen sind besonders panisch: KEINE Muskulatur! Ein bisschen „straffen“ ja, aber ja keine Muskeln! Nun – was soll den „straffen“, außer Muskulatur? Mutter Natur hat leider sie dazu auserkoren, diesen Job zu übernehmen. Und wer einmal versucht hat, wirklich Muskulatur aufzubauen, weiß, was das für eine Plage ist; wie schwer das generell fällt. Dopingmittel sind nicht umsonst als Helferlein dafür im Umlauf.

Wer also „straffen“ will, oder seine Körper aufbauen will, seine Muskulatur stärken will (wie wichtig das ist haben wir hier schon beschrieben) kommt um ein gutes Krafttraining nicht herum. Das bedeutet aber nicht, dass man ab ins Studio muss und Tonnen von Gewicht stemmt. Man beginnt, wie beim Laufen, langsam und seinem Können entsprechend! Mit funktionalen Einheiten, mit reinem Körpergewicht und wenn man sich gut entwickelt auch mit Zusatzgewicht, Balance Board, elastischen Bändern, Bällen etc.

Dazu die vielleicht schlechte Nachricht: nur wer eine Kombination von Ausdauer (wir reden hier nicht von Wettkampftraining!) – Radfahren, Laufen, Walken, Wandern, Schwimmen – und Krafttraining macht, wird das Beste für sich und seine Gesundheit herausholen. Dazu sollten sich von Zeit zu Zeit – wenn man schon gut in Form ist – noch kurze, hochintensive Einheiten gesellen.

Das alles verlangt Konsequenz, Einsatz und Ernsthaftigkeit – leider gibt es dafür keine Abkürzung. Das ist ein lebenslanges Projekt – der Körper ist da nämlich gnadenlos: „use it or loose it“ heißt die Devise. Und nur wenn die Reize dazu unterschiedlich, überraschend, neu sind, reagiert der Körper noch! Wer täglich seine Radkilometer abspult oder 2 Stunden spazieren geht, hat zwar sehr wohl etwas für sich getan, der Körper kennt das aber und reagiert damit nicht mehr mit Anpassung. Man hat damit keinerlei Entwicklungseffekt.

Nur Vielfalt bringt’s hier!

Das gilt übrigens auch für’s Essen!
• So natürlich und vielfältig wie möglich
• So bunt wie möglich (das Essen, nicht die Verpackung!)
• So regional wie möglich
• Nicht verarbeitet, kein Convenience Food, ohne „E’s“
• Selbst gekocht (nein, Aufwärmen in der Mikrowelle zählt nicht dazu)
• Zum Trinken Wasser, wenn man Durst hat (ein ganz kostenloses Feedbacksystem, das mindestens 3,5 Mio Jahre funktioniert hat)
• Und in für sich und sein Bewegungslevel richtiger Kombi (und auch hier)

Diäten und Kalorienzählen sind sinnlos, wie wir euch schon gesagt haben. Auch der Körper zählt keine Kalorien, sondern verwertet notwendige Bausteine. Kommen die richtigen, ist alles gut, kommen die falschen, führt das zu Störungen und Krankheiten. Es ist dem Körper alles andere als „wurscht“ ob 100g Kohlenhydrate oder 100g Eiweiß kommen (gleiche Kalorienzahl) – und es ist ihm auch alles andere als egal, in welcher „Verpackung“ die Bausteine kommen! (z.B. Vitamine isoliert oder Vitamine in Kombi mit sekundären Pflanzenstoffen in Gemüse oder Obst).

Auch hier heißt es: das ist ein lebenslanges Projekt! Die „Diät“ – jetzt im englischen Sinn verwendet – muss ein ganzes Leben lang durchhaltbar, angenehm und schmackhaft sein. Sonst wird’s nur jo-jo und ungesund.

Fazit: ohne Fleiß (und Schweiß und Konsequenz) kein Preis – alle anderen Versprechungen sind leere!

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