Was braucht es für einen 2-Stunden Marathon?

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Die Universität von Exeter hat sich dieser Frage in einer Studie angenommen – heraus kam, dass Eliteläufer eine bestimmte Kombination physiologischer Fähigkeiten benötigen , um eine Chance zu haben, einen Marathon unter Stunden zu laufen.

16 Athleten des Nike Projekts „Breaking2″ – nämlich die 2-Stunden Barriere am Marathon zu brechen – haben an dieser Studie teilgenommen und dabei einige wichtige Erkenntnisse geliefert: So müssen die Elite-Marathonläufer ein perfektes Gleichgewicht aus VO2 max (Rate der Sauerstoffaufnahme), Bewegungseffizienz und einem hohen Laktat-Wendepunkt (oberhalb dessen der Körper mehr Ermüdung erfährt) haben.

Die Eliteläufer nahmen dabei beim Marathontempo doppelt so schnell Sauerstoff auf (der gemessene VO2-Wert), als vergleichbare normale Menschen gleichen Alters, die einen Sprint absolvierten. Dabei waren einige der VO2max Werte nicht so hoch wie von den Studienautoren erwartet. Allerdings war die perfekte Ausgewogenheit der Eigenschaften der Schlüssel zur Marathonleistung.

Zu den Läufern in der Studie gehörte auch Eliud Kipchoge, der in Wien am 12.10.2019 unter speziellen Bedingungen 1:59:40,2 gelaufen ist. Seine Bestzeit unter Wettkampfbedingungen liegt 2018 bei 2:01:39 (Weltrekord).

Die Studie zeigte, dass ein 59 kg schwerer Läufer etwa vier Liter Sauerstoff pro Minute (oder 67 ml pro kg Gewicht pro Minute) aufnehmen muss, um das zweistündige Marathontempo (21,1 km/h) zu halten. Dazu muss er das ‚steady-state‘ VO2 aufrechterhalten. Der gesamte Energiebedarf wird aerob gedeckt.

Der zweite Schlüssel neben VO2 max ist die Laufökonomie, was bedeutet, dass der Körper den Sauerstoff effizient nutzt – sowohl im Stoffwechsel, als auch durch eine effektive Laufaktion.

Das dritte Merkmal, der Laktatwendepunkt, ist jener Prozentsatz von VO2 max, den ein Läufer aushalten kann, bevor er in den anaeroben Stoffwechsel umschalten muss. Dann werden bevorzugt Kohlenhydrate unter anaeroben Bedingungen verstoffwechselt, wodurch die Glycogenspeicher rasch erschöpft werden. (bei den .Läufern als „die Wand“ bekannt).

Die besondere Herausforderung ist es, knapp unter der kritischen Geschwindigkeit nahe am Laktatwendepunkt zu laufen, vor allem weil der Wendepunkt im Laufe eines Marathons leicht abnimmt.

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