Zeit für eine Diät

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Pünktlich mit den ersten Sonnenstrahlen kommen auch wieder die diversen Diäten, Ratgeber zum Abnehmen oder Vorschläge für die nächste Sportrunde auf’s Tapet.

Und wie immer bleiben die meisten ratlos zurück – die Widersprüche sind Legion. Einmal darf man Eier essen, dann wiederum keinesfalls. Einmal ist Cholesterin böse, dann wieder eh‘ nicht so schlimm. Fett ist ganz schlecht, allerdings vielleicht doch nicht ganz…….

Wir haben schon einmal erzählt, warum uns Ernährungswissenschaftler so unterschiedliche Dinge weismachen wollen. Dabei wäre das Leben so einfach – der Körper zählt ja keine Kalorien, er will und muss nur ordentlich versorgt werden. Und das folgt nach ganz einfachen Grundsätzen:

1. Der Sixpack wird in der Küche gemacht!
Das bedeutet, dass die Werbung der Nahrungsmittelkonzerne, dass jedes Nahrungsmittel zu einer guten Diät beitragen kann, wenn man nur genug Sport betreibt, schlicht „sehr euphemistisch“ ist.Sport und Bewegung verhindern ja auch nicht die Vergiftung, wenn man statt Bärlauch Maiglöckchen oder den Phanterpilz statt des Parasols erwischt hat. Im Cola bleibt z.B. die Phosphorsäure, ob man Sport treibt oder nicht, und die hat Auswirkungen – und nachdem jeder Mensch ein einzigartiges Projekt auf dieser Welt ist, fallen die bei manchen mehr, bei anderen weniger heftig ins Gewicht. Auch bleiben der Zucker oder das Aspartam im Getränk …… dass man sich den Zucker/die Kohlenhydrate verdienen muss (und wir bei weitem nicht soviele Kalorien verbrennen, wie wir meinen!) haben wir schon mehrmals unterstrichen. Und von den Süßmitteln weiß man, dass sie die Darmflora beeinträchtigen.
Eine gute Diät (im englischen Sinne, als Lebensstil) ist die Basis für die Gesundheit, nicht die Bewegung! Die klommt als i-Tüpfelchen oben drauf, weil wir Bewegungstiere sind.

2. Die Kohlenhydrate muss man sich verdienen!
Das haben wir schon vielfach präsentiert – es ist nicht egal, mit welcher „Energie“ wir unseren Körper füllen. Wer auf Kohlenhydrate setzt, muss diese schnell verbrennen, denn ansonsten werden sie zu Fett und gespeichert. Etwas anderes kann damit nicht passieren – sie sind kein Baustoff, sie werden für nichts anderes gebraucht. Allerdings: sie sind so wichtig für uns, dass die Evolution vier Wege gefunden hat, Kohlenhydrate selbst im Körper herzustellen! Und einen Weg, die in vergangenen Zeiten seltenen Kohlenhydrate (und damit besonders anziehenden – wie sind auf „iss was du kannst davon“ programmiert) aufzunehmen, nämlich mittels Insulin. Damit werden die Kohlenhydrate verwendet, um die Muskelspeicher aufzufüllen und den Rest als Fett für Notzeiten zur Verfügung zu haben. Allein: die Notzeiten gibt es nicht mehr, dafür Süßes im Überfluss. Und klar ist: wer seine Glycogenspeicher in den Muskeln nicht leert (durch Sport, nicht Bewegung) kann den Kuchen nur als Fett auf den Hüften wiederfinden.

3. Man muss Lebensmittel, nicht Nahrungsmittel essen!
Die Nahrungsmittelindustrie meint es eigentlich gut mit uns – wir wollen alles, zu jeder Zeit, in bester Qualtität im Regal vorfinden. Allein, die Natur lässt das nicht zu. Das beginnt mit der Qualtität von z.B. Früchten – je nach Sonne/sonstigen Bedingungen sind die mehr oder weniger süß, mehr oder weniger lang haltbar etc. Das ist ein Albtraum für die Industrie – und auch der Konsument greift nicht zur farblich ganz normal ergrauten Erdbeermarmelade, sondern zur fruchtig roten. Die braucht dazu allerdings Farbe. Und so kommen immer mehr Lebensmittelzusätze in unser Essen,das damit vom Lebensmittel zum Nahrungsmittel wird. Sinn ist dabei, immer das „gleiche“ Produkt, mit gleichem Geschmack, in gleicher Qualität und sicher anzubieten. Wer also zu Sackerl, Packerl, Schalen etc. greift, ist einerseits sicher, andererseits gut mit Lebensmittelchemie versorgt. Und wie die in größeren Mengen und vor allem in Kombination wirkt, weiß leider niemand. Ein Blick auf die Hüften der Menschen und vor allem die Bauchregion würde allerdings so manchen Verdacht aufkommen lassen.

Mit diesen 3 Grundsätzen kann man ganz auf Diäten verzichten. Einzig auf seinen Körper sollte man noch hören, der mag nämlich nicht immer alles, was gesund ist. Stichwort FODMAPS. Aber das ist eine andere Geschichte.

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