Auf das Fett kommt es an!

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Fett hat einfach keinen guten Ruf – es bekommt in jeder Hinsicht „sein Fett weg“. Magerprodukte regieren die Supermarktregale, der Fleischer ist verzweifelt über die „Magerwünsche“ seiner (meist) Kundinnen, Pflanzenöle (Sonnenblumenöl) mit verrückt hohen Omega-6 Werten (ohne Omega 3) feiern fröhliche Urstände, dafür werden Butter und Schmalz verbannt – es ist nicht leicht, dem Wahn Sinn entgegenzuhalten.

Und als neueste Erfindung werden CLAs (Conjugierte Linolsäuren) als Schlankheitsmittel verkauft. Die kommen aber natürlich in Vollfett-Milchprodukten (und Fleisch) vor – ganz ohne Zusatzkosten und gesund.

Und so wie es im echten Leben gute und schlechte Fette gibt, ist auch das Fett, dass wir am Körper tragen nicht „gleich geschaffen“. Fett ist ja ein stoffwechselaktives Organ, das Hormone ausschüttet und unsere Gesundheit beeinflusst.

Vielleicht am bekanntesten ist das Unterhautfettgewebe, direkt unter unserer Haut. Es ist am sichtbarsten und macht am meisten ästhetische Probleme. „Liebeshenkel“, Schwabbelbäuche, Fledermausarme etc. wären hier die Schlagworte. Es schüttet Leptin und Adiponectin aus, die den Hunger regulieren. Adiponectin reguliert die Wirkung von Insulin an den Fettzellen.

Fett um das Gesäß, Hüften und Oberschenkel ist für die meisten Frauen ein echtes optisches Problem, zeigt aber gute Stoffwechselgesundheit und hat eine besonders hohe Konzentration von DHA, einem Omega 3 Fett. Das wird wiederum besonders in der Schwangerschaft gebraucht, wenn das Gehirn des werdenden Kindes aufgebaut wird.

Viszerales Fett umhüllt die Organe im Bauchraum – und ist schlecht. Es schüttet weniger Leptin und Adiponectin aus, dafür IL-6, ein entzündungsförderndes Cytokin, das mit systemischer Entzündung in Verbindung steht.

Leberfett steht mit allen Problemen der Fettsucht in Verbindung, ebenso wie Fett rund um das Herz, das auch mit Diabetes, Hochdruck und systemischer Entzündung in Verbindung gebracht wird.

Intermuskuläres Fett (zwischen den Muskeln) hat man umso mehr, je weniger man seine Muskeln „benützt“. Je aktiver man ist, desto mehr magere Muskelmasse und desto weniger Fett hat man. Bei Inaktiven haben dabei eine marmorierte Muskel-/Fettmasse mit dickem Fettrand.

Intramuskuläres Fett ist das Fett im Muskel, zwischen den Muskelfibrillen. Es ist eine tolle Energiequelle, wobei man umso weniger einlagert, je mehr man sich bewegt. Niederschwellige Ausdauereinheiten (unter 75% max HF) verbrennen bevorzugt Fett, wie wir wissen.

Braunes Fett ist eine relativ neue Erkenntnis. Babies haben sehr viel davon, weil es sie warm hält. Braunes Fett ist nämlich sehr stoffwechselaktiv und wird zur Wärmeerzeugung (wir verbrennen Energie!) herangezogen. Wie wir jetzt wissen, können auch Erwachsene braunes Fett „antrainieren“ – z.B. indem man 2 Stunden pro Tag bei 15°C über einen Zeitraum von 6 Wochen in nur leichter Kleidung verbringt.

Über die Geschichte warum wir fett werden und den Einfluss von Insulin haben wir bereits gesprochen.

Frauen und Männer lagern Fett unterschiedlich ein, nach der Menopause „holen“ Frauen im Fett im Bauchbereich wieder auf.

Zusammengefasst ist ein bisschen „Hintern“ kein Grund zum Grämen. Es ist sehr wahrscheinlich ein positives Gesundheitszeichen.

Bauchfett ist sehr schlecht, ebenso Leberfett und Fett ums Herz – gar keine Frage. Unterhautfett schaut unschön aus, ist aber wahrscheinlich nicht sehr gefährlich. Es ist aber am schwierigsten zu Verbrennen. Mit Gewichtsverlust sollte es aber auch schmelzen.

Bauchfett bekommt man durch intensive Trainingseinheiten weg – Katecholamine sollten hier helfen. Man braucht allerdings genug Erholung, Schlaf und wenig Stress.

Leberfett bekommt man durch drastisch reduzierten Zucker in den Griff – und auch HIIT hilft.

Ansonsten: bewegt euch. Als bestes Mittel wirkt immer eine Kombi aus Ausdauereinheiten, Kraft und intensiven Einheiten.

Und für mehr braunes Fett könnte man einfach gelegentlich die warme Jacke vergessen.

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