Ein neuer Trend – Suppe mit Knochen!

0

Aha – unwillkürlich taucht allerdings die Frage auf: „wie macht man Suppe denn ohne Knochen?“ Heißes Wasser mit „Aromawürfel“ oder „Aromapackerl“ zählen ja wirklich nicht zu den kulinarischen Highlights und können auch nicht als echte Alternative firmieren.

Also: was ist da dran und wie kommt man auf so seltsame Ideen ……

Da springt auf einmal eine frische Erinnerung an eine sehr prominente Suppenköchin ins Gedächtnis, die zum Besten gab, auf keinen Fall Knochen für die Rindsuppe zu verwenden ……..wegen der Purine ….

Sie hatte also Strafe für den lukullischen Genuss in Form von erhöhter Harnsäure und Gicht in Aussicht gestellt.
Und wie sieht das in der wirklichen Wirklichkeit aus?

Purine haben wir in jeder Zelle – sie sind wesentlicher Bestandteil der DNA und RNA (unsere Erbinformation) – und wenn sie abgebaut werden, entsteht als Endprodukt Harnsäure. Diese wiederum wirkt als Antioxidans im Blut und schützt die Blutgefäße – außer sie kommt im Übermaß vor, denn dann gibt es Harnsäurekristalle vor allem in den Gelenken, bis hin zur Gicht.

Welche Nahrung ist nun Purin-reich? Wenn wie die vermeiden, dann sollte ja auch die Harnsäure niedrig bleiben, damit keine Kristalle, keine Gesundheitsprobleme, keine Gicht. Problem erkannt, Problem gelöst, nicht?

Nun Purin-reich sind Leber (das ziemlich nährstoffreichste Nahrungsmittel), Nieren, Bries, Sardinen, Heringe, Sardinen, Anchovis, Mackrelen (alle unsere guten omega-3 Quellen), Muscheln, Wild – auch Rind und Schwein. Die nährstoffreichsten Lebensmittel sind wirklich das Problem? Oder gibt’s vielleicht etwas anderes, das die Harnsäure erhöht?

Ja, gibt es: unser alter Bekannter, Fruchtzucker. Alleine oder in Kombi mit Traubenzucker als Tafelzucker – Fruchtzucker stört den Purin-Stoffwechsel, erhöht die Harnsäure und senkt die Ausscheidung der Harnsäure. Zucker – in diesem Fall der Glukoseteil – wirkt zusätzlich, über den Effekt auf Insulin, der Ausscheidung von Harnsäure entgegen.

Hier gibts Literatur dazu: Harnsäure und metabolisches Syndrom; Fructose aus der Nahrung bewirkt tubulo-interstitielle Verletzungen in Rattennieren und Fructose verschlimmert den Fortschritt von chronischen Nierenerkrankungen

Es ist also nicht angesagt Purine aus dem Speiseplan zu streichen, sondern Zucker und Süßes wie Agavensirup (der einen sehr hohen Fructoseanteil hat) und ähnliche „Leckereien“!

Purine zu essen erhöht sogar die Harnsäureausscheidung – der Körper weiß halt, was er tun muss, um Ausgleich zu schaffen.

Etwas, das übrigens auch Protein kann!

Damit können wir zurück zur Suppe: also Knochen (Markknochen!) hinein und genießen. Die Gelatine aus den Knochen (die Aminosäure Glycin daraus, um genau zu sein) hilft als „anti-aging“ gegen die schlecht angesehene Aminosäure Methionin.

Hyaluronsäure aus der Suppe erweist sich gut für Gelenke, ebenso Glukosamine wie Chondroitinsulfat. Dann hätten wir noch Mineralstoffe – und natürlich den genialen Geschmack. Suppe hilft, jedes Essen richtig aufzupeppen!

Und so macht man ein gutes Süppchen:

In einem großen Topf 2-3 Esslöffel Olivenöl erhitzen, gut ½ kg Biosuppenfleisch, 1 halbierte Zwiebel 3-5 Knochen und 1 Bund Bio-Suppengrün (in Würfel geschnitten) darin rundherum gut anrösten. Mit Wasser aufgießen (ca. 5 Liter), würzen (Salz, Lorbeerblätter, Petersilie, Liebstöckl, Pfeffer und aus Schuhbeck’s Gewürzschatzkästchen z.B. das Gemüsegewürz oder Sexgewürz) und 1-1/2 Stunden köcheln lassen.

Abseihen und genießen. Das Fleisch kann man zu saurem Rindfleisch weiterverarbeiten. Die Markknochen kann man auslöffeln – ja, schmeckt mit einer Prise Salz sehr gut! – die Suppe ist dunkel und stark. Portioniert eignet sie sich auch problemlos zum Einfrieren, um immer Vorrat für raffinierte Gerichte zu haben.

Teilen auf: