Heiße Zeiten – Gefahr durch zu viel Trinken

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Und die größte Gefahr: dass Sportler zuviel trinken!

Frankfurt, Ironman 2015 – und ein Todesfall nach der Ziellinie. Ein 40-jähriger Australier, der am Ironman teilgenommen hatte, starb an Wasservergiftung. Ja! Das gibt es! Der Athlet hat während des Triathlons zuviel getrunken und dabei zuwenig Salz (Natrium) aufgenommen.

Wir werden ja sehr intensiv mit der Botschaft beschallt, dass wir keinesfalls zuwenig trinken dürfen. Das Millionen Jahre alte und bewährte Feedbacksystem „Durst“ wäre zu unsicher und würde uns ins Verderben treiben. (gut, dass wir das jetzt wissen und bis jetzt nicht ausgestorben sind!)

Aus Angst vor Flüssigkeitsmangel und den angedrohten Folgen (Kopfschmerzen! Müdigkeit! Konzentrationsmangel! usw.) trinken viele – nicht nur Ausdauersportler – mehr als gut tut. Dabei passiert folgendes: durch Konsumation von zuviel Wasser kommt es zur sogenannten Hyponatriämie. Sie bedeutet einen zu niedrigen Natriumspiegel im Blut, bedingt durch die zu hohe Zufuhr von Wasser, das kein oder zuwenig Salz enthält. Dabei ist zwar eigentlich die Natriummenge im Blut normal, die Flüssigkeitsmenge aber zu hoch (die Konzentration wird in Millimol pro Liter angegeben – 135-150mmol/l sind für Erwachsene normal). Diese überzählige Flüssigkeit wird vom Blut in die Zellen gepumpt, wodurch diese anschwellen. Das stellt für Muskelzellen kein Problem dar, für das Hirn allerdings schon, denn da ist einfach kein Platz. Wenn es zum Hirnödem kommt, ist, wie beim Unglück in Frankfurt, auch der Tod möglich.

Schlecht dabei: die Anzeichen einer Wasservergiftung gleichen denen einer Dehydrierung. Daher kam und kommt es öfters – vor allem in der Vergangenheit – zu kontrainduzierter Behandlung. Da bekommen die Betroffenen dann noch Infusionen, also noch mehr Flüssigkeit.

Wie gesagt sind aber nicht nur Sportler (vor allem bei den jetzigen Hitzewellen) betroffen. Auch Breitensportler oder Wanderer, die brav dem Mantra „trinken, trinken, trinken“ folgen, sind gefährdet. Und wenn man nach dem Rennen dann noch meint „auftanken“ zu müssen kann es richtig brenzlig werden, denn die Symptome kommen zeitverzögert bis einen Tag nach dem Event.

Wie immer gesagt: ein Dauerlauf über 1 Stunde (für gut trainierte auch länger) braucht keine mitgeschleppten Wasserflaschen! Auch keine Isodrinks, die meist mehr Kalorien zuführen, als verbraucht werden und nicht wirklich rasend viel Natrium enthalten (meist so 10 – 38mmol/l – unsere Konzentration im Blut liegt bei 135-150!)

Wichtig ist das Salz – daher bieten Veranstalter Salzgebäck an! Zugreifen!

Symptome einer Hyponatriämie: Benommenheit, Übelkeit, Schwindel, Erbrechen, Kopfschmerzen, Krämpfe …. dann heißt es: ab zu Arzt. Und zwar schnell!

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