Kalorien zählen? Warum das denn?

0

Es gibt mittlerweile keine Jahreszeit mehr, in der nicht von Fasten, Gewicht reduzieren, Bikinifigur, kalorienbewusster Ernährung usw. geschrieben, gebloggt, geredet wird. Alles dreht sich nur um das Thema „nicht dick werden“. Warum tun wir es trotzdem? Dazu haben wir euch HIER, HIER und HIER schon berichtet.

Das ist allerdings nicht der einzige Aspekt. Neben dem zentralen Hormon Insulin und seiner wichtigen Funktion im Körper gibt es noch viele Bereiche zu entdecken. Und vieles kommt erst im Laufe der Zeit auf’s Tapet, wenn die Wirkung der vielen „E-s“ – der erlaubten/essbaren – Nahrungsmittelzusätze dechiffriert wird. Heute nehmen wir nämlich nur an, dass sie eh‘ harmlos sind.

Aber zurück zum Kalorienzählen. Warum sollten wir das tun? Unser Körper kann damit nämlich absolut nichts anfangen – er zählt nicht!

Er braucht Eiweiß – vor allem als Baustoff und in der Not als Brennstoff – er braucht Fett – wir laufen bevorzugt mit diesem Treibstoff, und Fett ist auch als Baustoff wichtig – und er liebt Kohlenhydrate, denn die geben schnelle Energie und sind, wenn süß, nicht giftig, wie wir in den letzten 3,5 Millionen Jahren gelernt haben.

Süße Kohlenhydrate (Früchte) waren für uns lange nur in komplexer Form verfügbar und Zucker, wie wir in heute haben, unbekannt. Noch mit Mittelalter war Zucker, das vom arabischen „sukkar“ (für „süß“) ein Heilmittel und als Genussmittel den Reichen vorbehalten. Der Verbrauch an Zucker lag damals bei 20g pro Person und Jahr – zur Zeit Martin Luthers bei 50g! Heute liegen wir laut statista.com bei 38,1kg pro Person und Jahr (Daten für 2014).

Und wer nun meint, dass er ja gar nicht soviel Schoki verdrückt – Zucker ist heute praktisch überall zugesetzt und damit enthalten. Von den Essiggurkerl zum Ketchup, von Mixed Pickels zur Pizza, von Convenience Food zu Dosenravioli. Von der Joghurt- und der süßen Abteilung gar nicht zu reden.

Dass unser Stoffwechsel damit eher überfordert sein wird, sollte so eigentlich klar sein. Aber sehen wir uns doch die wesentlichen Dinge dazu an.

FRAGE: wie viele Moleküle sind zentral notwendig, um Nährstoffe aus der Nahrung in die Energie umzuwandeln, die unser Körper einfach und leicht verwenden kann?

Keine Angst, das wird nur ein bisschen Chemie – denn alles Leben ist Chemie ….. nur nicht DAS Leben …..

Also: wie viele? Antwort: 1 – eines in Worten. Unser ATP, das wir hier schon kennengelernt haben. Ihr erinnert euch?

ATP ist ganz zentral dafür, dass wir uns bewegen, können, atmen, denken, lachen, leben.

Noch eine FRAGE: wieviel davon glaubt ihr, haben wir davon? Es ist 1 Milliarde ATP Moleküle in unseren Zellen vorhanden. Und brauchen tun wir davon pro Tag etwa soviel in Kilo wie wir wiegen (ohne euch mit der Herleitung zu quälen). Ein 70kg schwerer Mensch braucht pro Tag 68,875kg ATP! (das hätte einen Preis von 1,4 Mio $ pro Tag)

Und dieses ATP stellen wir uns nun selbst her – über die Nahrung die wir aufnehmen. Für Interessierte gibt es hier einen Überblick.

Ein interessanter Aspekt dabei sind noch zwei wichtige Moleküle: NAD+ und FAD, die beim Entstehen von ATP zu NADH und FADH2 werden. Das Ganze ist SEHR vereinfacht dargestellt und soll nur einem grundsätzlichen Verständnis dienen. Es ist auch egal, wie die Dinger mit ganzem Namen heißen.

NADH und FADH2 entstehen also immer, egal ob wir die Sonntagstorte genießen, oder ein Steak grillen – Kohlenhydrate bringen aber mehr NADH, Fette (speziell gesättigte) mehr FADH2.

Je niedriger nun das Verhältnis von FADH2 zu NADH ist, desto niedriger ist der Widerstand der Zellen gegen Insulin, was logisch ist. Wenn man Kohlenhydrate isst, die zu Glukose werden, soll die vom Blut in die Zellen kommen. Wenn wir ein gutes Verhackertbrot genießen, bleibt mehr Glukose im Blut. Der Körper kann Fett für die Energiegewinnung nutzen und dabei bleibt die Glukose für unser Gehirn als Nahrung verfügbar.

Allerdings machen Öle – Pflanzenöle, die uns so ans Herz gelegt werden, wie Sonnenblumenöl oder Sojaöl, die heute auch einfach überall vorhanden sind – das gleiche wie Kohlenhydrate. Sie verringern den Widerstand der Zellen gegen Insulin. Fett bleibt als Energieressource in den Zellen und ist damit nicht verfügbar. Glukose ebenso. Also gibt es nur eines: Hunger!

Und das ist dann ebenso ein Grund, warum wir zunehmen – die Allgegenwart von Pflanzenöle und die panische Angst von gutem Fett (Butter, Speck, Schmalz …..).

Teilen auf: