Mythbusters 1

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Zeit, sich wieder einmal ein paar Mythen anzusehen!

1- einer meiner „Lieblingsmythen“: Man muss trinken, bevor der Durst kommt!
Und so sieht man – vor allem Frauen (!) – in etwa 8-10 min/km dahinstolpern, aber dafür mit Trinkflasche in der Hand oder Camelback am Buckel bewaffnet. Der Lauf endet wahrscheinlich nach 30 – 45 Minuten, die Ausrüstung würde allerdings einen ganztägigen Lauf durch die Wüste Gobi, ohne Verpflegungsmöglichkeit erlauben.
Daher wieder einmal: die Natur hat einen genialen, kostenlosen Feedback-Mechanismus zur Verfügung gestellt, und der funktioniert beim allergrößten Teil der Menschen. Er heißt DURST.
Wasser ist nämlich nicht harmlos – es gibt die Wasservergiftung, und die kann zum Tod führen, wie wird auch schon erklärt haben.
Wichtig ist nämlich, dass Wasser und Salz im Gleichgewicht sind. Wer sich viel Wasser reinschüttet und sich dabei „gesundheitsbewußt“ salzarm ernährt, ist in gesundheitsgefährdenten Bahnen unterwegs. Das ganze nennt sich dann Hyponaträmie (zu wenig Natrium im Verhältnis zum Wasser) und macht sich durch Verwirrtheit und in weiterer Folge Ödemen (Lunge, Hirn) bemerkbar. Daher sterben regelmäßig Läufer bei Wettkämpfen, weil sie viel Wasser reinschütten, aber kein Salz aufnehmen! (es gibt daher bei manchen Wettkämpfen Salzgebäck!)
Diese Wasservergiftungsproblematik kommt auch bei kleinen Kindern vor, die den ganzen Tag am Fläschchen nuckeln, damit ihre Kalorien meist flüssig aufnehmen, und so zuwenig Salz abbekommen.
Auch in den Altersheimen kennt man das, wenn die Omas und Opas zum Trinken animiert werden, aber salzarm essen. Viele Stürze sind auf die dann resultierende Verwirrtheit zurückzuführen.

Fazit: Trinken, wenn der Durst es befiehlt!

2- Soja ist supergesund.
Alle Pflanzen dieser Welt wollen nicht gefressen werden. Anders als Tiere, die Krallen, Klauen, Raubtiergebisse etc. entwickelt haben, nutzen Pflanzen den chemischen Giftschrank. Und nein, die Natur ist nicht lieblich, gütig oder nachhaltig, es geht immer um’s Überleben der eigenen Spezies. So ist auch die Sojapflanze mit eine sehr potenten Gift ausgestattet, dass sie als Genußmittel eher ausschließt. Sie wurde in Asien auch nie als Nahrungsmittel – außer in kleinen Mengen als Sojasauce – verwendet, ganz im Gegenteil, sie wurde als Pflanzendünger (Nitratdünger) für die Reisfelder in Japan und später für den Mais in Amerika genutzt. Nach dem 2.WK, als man das Sojaöl (ca. 17-19%) effizent extrahierte und verwertete, wurde der verbleibende Rückstand (Eiweiß) als Kunststoffersatz verwendet (Karrosserien, Badewannen etc.). Als dann die Erdölindustrie bessere und günstigere Produkte zur Verfügung stellte, wurde nach langem Suchen eine Methode entwickelt (Heißextruder), das Gift weitestgehend aus der Sojapflanze zu bekommen, um Schweinefutter zu erzeugen. Und vom Schwein ist es dann nicht weit zum Menschen. X’sund – allerdings ist die Sojapflanze voll mit Sexualhormonen, die sich dann ihrem Berufsbild folgend bemerkbar machen – allerdings mit z.B. Immunstörungen, Thymusrückbildung, und Unfruchtbarkeit – das blöde Vieh, dass die Sojapflanzen frisst, soll unfruchtbar werden, damit es weiterhin Pflanzen gibt.
Für die männlichen Leser hier: wenn sie von ihrer Lebenspartnerin/Frau Soja verabreicht bekommen, dann hat sie die Familienplanung mit ihnen abgeschlossen.

Fazit: nee!

3- eine ähnliche Karriere hat das „gesunde“ Rapsöl!
Rapsöl war seid dem Beginn der industriellen Revolution als Schmiermittel für Schiffe und Dampfmaschinen, und seine Produktion explodierte mit dem Bedarf im zweiten Weltkrieg. Danach begann das Nachdenken, wie man denn das viele Rapsöl genießbar machen könnte, denn auch hier steht ein Gift im Wege – die Erucasäure. (Fressfeinde und so ..). Und auch hier musste eine Methode gefunden werden, die Giftmenge zu beschränken – heraus kam CANOLA (Canadian oil low in eruca acid). Das quasi neben Olivenöl (mit vielen einfach-ungesättigten Fettsäuren) und als Alternative zu den zunehmend als problematisch erkannten Ölen mit mehrfach-ungesättigten Fettsäuren – allerdings als reines Laborprodukt – auf den Markt kam. Wie bei jedem industriell hergestellten, hochgradig verarbeiteten Öl geht die Produktion über große Hitze, hohem Druck und Lösungsmitteln wie Hexan, was die mehrfach ungesättigten Fettsäuren sehr instabil und schädlich macht. Auch dass die Omega-3 Fettsäuren den Prozess überleben sollen, darf dahingestellt werden. Man wird eher Transfette erwarten müssen.

Fazit: es lebe Butter, Schmalz, Butterschmalz!

 

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