Und wieder wird Abnehmen komplizierter

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…… denn Forscher der Universität von São Paulo (USP) in Brasilien haben herausgefunden, dass das Wachstumshormon (GH) eine wesentliche Rolle dabei spielt, es wirkt nämlich im Gehirn und bewirkt dabei, dass Energie gespart wird, wenn man versucht abzunehmen.

Die Erkenntnisse wurden brandaktuell in der Zeitschrift „Nature Communications“ veröffentlicht und waren für die Forscher doch überraschend.

Dass das Wachstumshormon eine sehr wichtige Rolle im Körper spielt, ist seit langem bekannt. Bisher lag der Blickwinkel allerdings auf GH-Rezeptoren in Muskeln, Gewebe und Organen, die am Wachstumsstoffwechsel beteiligt sind. Nun aber erkannte man, dass auch das Gehirn vollgepackt mit GH-Rezeptoren ist. Und man erkannte, dass das Wachstumshormon auch jene Stoffwechselwege beeinflusst, die Energie sparen helfen, wenn man Hunger hat (oder auf Diät ist).

Diese Entdeckung hilft auch zu verstehen, warum es so schwer ist, Gewicht zu verlieren – und nach jeder schon absolvierter Diät schwieriger wird – aber ungemein leicht wieder Gewicht zugelegt wird, sobald die Diät beendet wird. Der Jo-Jo-Effekt läßt grüßen!

Bislang lag der Fokus nämlich auf Leptin, dem zentralen Hormon für die Signale „Hunger – Energie sparen“ oder „satt – alles ok“. Wenn wir Insulin niedrig halten, sollte Leptin „satt – alles ok“ signalisieren.

Wenn wir versuchen, Gewicht zu verlieren, sinkt der Leptinspiegel im Blut, doch sind offensichtlich noch mehr Hormone involviert – und die vorliegende Arbeit zeigt, dass als Reaktion auf Gewichtsabnahme Wachstumshormon im Gehirn seine Wirkung entfaltet. Während der Leptinspiegel fällt, steigt der des Wachstumshormons.

Die GH-Rezeptoren finden sich im Hypothalamus, dem Zentrum des vegetativen Nervensystems. Impulse aus dem Hypothalamus beeinflussen die Zellen des neurovegetativen Systems und regulieren das glatte Muskelgewebe in Darm und in den Blutgefäßen, im Herzmuskel, in allen Drüsen, in den Nieren und in anderen Organen.

Die GH-Rezeptoren aktivieren dabei eine spezielle Art von Neuronen, die AgRP heißen und die Produktion von „agouti-related protein“ befördern. Dieses Protein wiederum erhöht den Appetit drastisch und reduziert den Energiestoffwechsel.

Im Mausmodell wurde die Einflussnahme von Wachstumshormon auf den AgRP Signalweg getestet. Dabei zeigte sich, dass bei der Kontrollgruppe Nahrungsbeschränkung eine Energieersparnis bewirkte und damit eine geringere Gewichtsabnahme einherging.

Die Testmäuse ohne AgRP hatten viel mehr Gewichtsverlust zu verzeichnen, bei ihnen sank auch der Energieverbrauch deutlich weniger. Sie konnten insgesamt viel weniger effizient Energie sparen und verloren sowohl Fettmasse als auch „lean mass“ – also Muskeln, Organmasse, Sehnen, Bänder, Körperflüssigkeiten.

Also bewirkt Wachstumshormon – als Back-up System für Leptin und umgekehrt – dass die Gewichtsabnahme erschwert wird, indem das Hungergefühl hinaufgeschraubt wird. Ein in der Evolution wichtiges System, denn da waren die Hungerzeiten ja überwiegend, und weniger Energie zu verbrauchen überlebensnotwendig.

Heute – angesichts der übervollen Supermärkte – ein Pferdefuß …..

 

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