Weihnachtszeit ist Spendenzeit

0

…und in diesem Fall geht es um eine besondere Spende, die offensichtlich beiden – Spender und Empfänger sehr gut tut – die Blutspende!

Wobei, eigentlich geht es in dem sehr interessanten, brandneuen Artikel nicht so sehr um die Blutspende – sie ist hier nur Mittel zum Zweck, nämlich um seine Eisenwerte im optimalen Bereich zu halten.

Der Autor des Artikels, Clayton Dalton, ein Notfallmediziner am Massachusetts General Hospital in Boston, beschreibt hier eine komplett übersehene Komponente unseres Stoffwechsels – das fragile Gleichgewicht der genügenden, aber nicht überschießenden Eisenversorgung und die gravierenden Folgen, wenn das Gleichgewicht in Richtung „zu viel“ gestört ist.

Eisen ist ja allgemein als „sehr wichtig“ (es ist ein essentielles Spurenelement) anerkannt. Es ist Teil des Hämoglobins (etwa 60% des Eisens im Körper), des roten Blutfarbstoffes und bindet Sauerstoff, den wir für unsere Zellatmung benötigen. Alle Energie, die wir für unser Überleben brauchen, hängt so direkt vom Eisen ab. Eisen ist aber auch bei der Blutbildung und bei verschiedenen Stoffwechselprozessen beteiligt.

Eisen wird in Form von Ferritin (einem Eisenspeicherprotein) im Körper gespeichert und wird mittels des Transportproteins Transferrin im Blut transportiert.

Über Grundsätzliches zum Eisen haben wir euch ja schon erzählt, auch dass vegetarische (vegane) Kost ein Risikofaktor für Eisenmangel ist. Und so werden in einigen Ländern Lebensmittel „verstärkt“ also mit Eisen angereichert. Die USA sind so ein Land, wobei mit dieser „Fortifikation“ ganz schnell der Grenzwert für die tägliche Eisenaufnahme überschritten werden kann. Dr. Dalton beschreibt im Artikel, wie eine – für Normalbürger normale – Portion Frühstücks-Zerealien den Grenzwert knacken kann.

Man weiß noch nicht sehr lange, wie das Gleichgewicht im Körper aufrecht erhalten wird: gibt es genug Eisen, wird ein Protein namens Hepcidin ausgeschüttet, das anzeigt, Eisen in Ferritin zu speichern, während die Zellen im Darm ihren Eisenabsorption reduzieren. Bei wenig Eisen läuft der Prozess umgekehrt.

Das ist wichtig, weil bei der Zellatmung giftige Abfallprodukte (Superoxide) entstehen, die vom Körper über H2O2 in Wasser und Sauerstoff abgebaut werden. Wenn allerdings überschüssiges Eisen vorhanden ist, kann das H2O2 zu einem hochagressiven Radikal (Hydroxylradikal) werden, das im Stoffwechsel ordentlich Schaden anrichtet.

Die Problematik in dieser ganzen Geschichte: Dr. Dalton beschreibt, dass durch genetische Variationen bis zu 100 Millionen Amerikaner mehr Eisen aufnehmen könnten, als gut tut und dann genau diese Situation haben – überschüssiges Eisen, das negativ wirkt. (wir reden hier übrigens von etwa 30% der Bevölkerung!)

Leider ist die Forschung am Eisenstoffwechsel und seine gesundheitlichen Auswirkungen „unsexy“ und damit wenig gefördert und attraktiv.

Doch gibt es seit den 1920er bis heute immer wieder Hinweise, dass zu viel Eisen mit Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer, Diabetes, Krebs verbunden ist.

Auch gibt es Studien, die zeigen, dass Blutspender eine verbesserte Insulinsensitivität und einen verbesserten Glukosestoffwechsel haben. Auch das Risiko für Krebserkrankungen scheint gesenkt.

Dr. Dalton empfiehlt auf jeden Fall eindringlich, seinen Eisenstatus im Auge zu behalten –  und Blut zu spenden.

Etwas, was auch den Mitmenschen beim Überleben hilft!

Teilen auf: