Wieder einmal Speiseöle

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Die indigene Gruppe, die für ihre metabolische Gesundheit bekannt ist, beginnt an Gewicht zuzulegen, als sie mit Pflanzenöl zu kochen beginnt, wie eine 8 Jahre dauernde Studie nun zeigt.

Die Tsimané sind eine indigene Gruppe im südamerikanischen Land Bolivien, die vom Anbau von Kleinpflanzen und der Jagd lebt. Während sie eher jung sterben, oft aufgrund von Infektionskrankheiten, entwickeln sie aber fast nie eine Herzkrankheit, was umso erstaunlicher ist, als ihr durchschnittliches körperliches Aktivitätsniveau nicht so viel höher ist, als das des durchschnittlichen Amerikaners – und dabei essen sie tatsächlich auch mehr tägliche Kalorien.

Mit zunehmendem Kontakt mit dem Rest der Welt und zunehmender „Verwestlichung“ kommen nun aber auch „westliche“ Probleme: die vorliegende Studie sammelte Daten über Tsimané Erwachsene über 20 Jahre lang und geht bis ins Jahr 2002 zurück, als das Tsimane Health and Life History Project zum ersten Mal begann. Die Daten umfassten nicht nur Messungen der Herzgesundheit und des Body-Mass-Index, sondern auch Tagebücher der Essgewohnheiten; insgesamt wurden mehr als 300 Tsimané in die Studie einbezogen.

Einige der aktuellen Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich ihre Herzgesundheit verschlechtert und das ist kein gutes Zeichen. Auch wenn sich ihre durchschnittliche Kalorienzufuhr nicht wesentlich änderte, war der vermehrte Einsatz von Speiseöl direkt mit einem höheren BMI der Tsimané-Frauen verbunden – übrigens das einzige Lebensmittel, das eindeutig mit einem erhöhten BMI zusammenhängt.

Und wenn erst die Lebensmittelindustrie mit den verarbeiteten Nahrungsmitteln voll durchschlägt, könnte es vorbei sein mit der bekannten Herzgesundheit der Tsimané.

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