Am Eurovelo 9 – existent und nicht existent

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Nachhaltiger Tourismus – das ist das Aushängeschild für die Eurovelos, die Radtouren quer durch Europa. Sie fordern auf, Europa per Rad zu entdecken, und so sind 15 mehr oder weniger lange Touren über den Kontinent geplant oder verwirklicht. Eurovelo ist dabei ein Projekt des Europäischen Radfahrer-Verbandes (ECF) mit dem bis 2020 Radwege von einer Gesamtlänge von 70.000 Kilometern entstehen sollen.

European Cyclists’ Federation http://www.ecf.com/ - File:EuroVelo map.jpg,

European Cyclists’ Federation http://www.ecf.com/ – File:EuroVelo map.jpg,

Wir waren am Eurovelo 9 unterwegs, wobei hier noch ein bisschen Arbeit ansteht. Eigentlich sollte die Tour von Danzig an der Ostsee bis Pula an der Südspitze Istriens gehen und die Länder Polen, Tschechien, Österreich, Slowenien, Italien und Kroatien verbinden.

Und wie sieht es in realiter aus?

Polen: die Strecke soll von Danzig über Poznan (Posen), Wroclav in den Süden nach Tschechien gehen. Sie ist dabei noch im Stadium der Planung, man kann aber natürlich mit der Karte im Gepäck sein Glück versuchen. Der polnische Teil soll übrigens der der flachste der gesamten Strecke sein. Ein Tipp: Radsport ist in Polen keine Alltäglichkeit, man sollte sich dessen bewußt sein, dass polnische Autofahrer keine Erfahrung mit Radlern haben!

Tschechien: die Strecke führt von der Grenze weiter über Olomouc bis zum Start in Blansko, 18km nördlich vor Brno, wo der Eurovelo zur Zeit auch als „Eurovelo 9″ beginnt. Bis Maribor ist er nun durchbeschildert und es existiert dazu auch ein Bikeline-Führer.

Von Brno geht es über die nationalen Routen 4 bzw. 5 (Wien – Breclav), vorbei an Zidlochovice bis zur Thayatalsperre Nove Milyny und weiter bis Novy Prerov, bis man auf den Greenway von Prag nach Wien stößt. Mittlerweile ist die Beschilderung in Tschechien weiter fortgeschritten – der Eurovelo ist also nicht erst in Poysdorf sichtbar!

Das Barockschloss von Mikulov steht prägend in der Landschaft und in den zahlreichen Weinbergen. Von Mikulov weiter führt der Greenway nach Sedlec und zu den Schlössern Lednice und Valtice und weiter nach Beclav, einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt.

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Im Park von Lednice

Österreich: der Weg führt weiter entlang des beschriebenen Greenways nach Wien, wobei es über ruhige Nebenstraßen, vorbei an typischen Kellergassen geht. Mistelbach ist hier ein weiterer Fixpunkt auf dem Weg. Man stößt dabei auf dem Weg nach Stammersdorf auf den Erlebnis-Nostalgie-Radweg „Dampfross und Drahtesel“ – übrigens auch eine Tour wert!

Wien selbst wird direkt im Zentrum passiert – wobei man hier sicher Zeit für einen ausführlichen Besuch nehmen sollte.

Weiter geht es auf dem bestens markierten Radweg, der nun Thermenradweg heißt und mitten durch die niederösterreichische und dann steirische Thermenlandschaft führt. Von Laxenburg bis Wiener Neustadt ist der Radweg entlang des Wiener Neustädter Kanals angelegt, der im 19. Jhdt. als Transportweg mit 50 Schleusen angelegt wurde.

Es geht, wie beschrieben, über alle Berge und mit ordentlich Höhenmetern bis Bad Radkersburg und weiter bis Spielfeld, wo Österreich verlassen wird.

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Slowenien: zwischen Spielfeld und Maribor ist ein Radweg – gut beschrieben – existent und auch gut zu fahren. Ein paar Höhenmeter sind zu überwinden, doch ist alles gut und problemlos befahrbar.

Von Maribor bis Triest existiert eine Karte, aber keine Beschilderung.Mit Karte, Standortbestimmung und ein bisschen Abenteuerwillen geht es aber flott dahin und man wird mit schöner Landschaft und tollen Städten belohnt.

Nach Eurovelo-Plan fährt man zuerst nach Triest und von dort auf der Parenzana nach Slowenien – wer aber eine Zugverbindung nach Hause braucht, ist in Triest besser aufgehoben!

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Slowenien: von Triest bis zur kroatischen Grenze geht es entlang der Parenzana, einem spannenden Radweg, den wir schon absolviert haben.

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Kroatien: Die ersten wenigen Kilometer über den Salzgärten von Portoroz werden noch auf der Parenzana absolviert, dann bleibt man an der Westküste Istriens und folgt den Straßen in den Süden. In Porec trifft man wieder auf den Endpunkt der Parenzana – die Küstenstraße ist übrigens problemlos zu fahren, aber kein Radweg!

Auch die Küstenstraße bis Pula sind wir bereits abgefahren – alles problemlos und schön zu fahren. Als Eurovelo aber -noch – nicht existent.

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