Bewegung hilft zwar wenig – ist aber doch essentiell!

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Wir haben ja festgehalten, dass Abnehmen durch Sport ganz schlecht funktioniert und hier vor allem die Versprechen der „Ausdauer-Industrie“ eher locker zu nehmen sind.

Warum Bewegung und Sport trotzdem wichtig sind – und was mehr Erfolg beim Ablegen überschüssiger Kilos bringt, sagen wir euch hier.
Wir reden hier grundsätzlich nicht von „Athleten“ – wer einen Marathon/Halbmarathon/Triathlon etc. in ansprechender Zeit absolvieren will, muss nach System trainieren. Da führt kein Weg daran vorbei.

Hier geht es um jene, die (wieder) in das Sport- und Bewegungsleben finden wollen, die den Körper „straffen“ und dynamisieren wollen, die sich einfach besser fühlen wollen. Und meist geht damit der Wille einher, ein bisschen was vom Schwimmreifen um die Hüften loszuwerden.

Wobei: auch das haben wir schon klar gemacht, vergesst „Diät“. Erstens gibt es keine Wunder – auch wenn man das ob der täglichen Werbeflut annehmen könnte. Zweitens wird der Körper, nach einiger Zeit des Hungerns, Fastens, Reduzierens wieder auf „Speichern“ schalten (der berühmte Jo-Jo-Effekt!). Für die nächste Hungerphase sollen ja genügend Vorräte angeschafft werden. Wer also nicht den Rest seines Lebens damit verbringen will, irgendwelche Shakes, Riegel oder sonstige besondere Kombis zu verspeisen, muss seine Ernährung so neuausrichten, dass er sie bis ans Ende seiner Tage genießen und durchhalten kann. (warum wir fett werden – Teil 1 und Teil 2 und Glyx)

Zusätzlich haben wir vorgerechnet, wie wenig Kalorien man durch eine ½ Stunden Laufen verbraucht – und noch dazu gewöhnt sich der Körper sehr schnell daran. Er schafft die ganze Übung dann deutlich „stoffwechselschonender“, heißt er verbrennt weniger.

Das zeigt auch eine Studie – das additive Model, nämlich zum Grundumsatz kommt der Leistungsumsatz (das, was wir durch körperliche Aktivität verbrauchen) als „Plus“ dazu – scheint nicht zu stimmen. Je mehr zusätzliche Energie verbraucht wird, desto mehr wird anderswo eingespart. Und sei es bei wichtigen Reparaturmaßnahmen im Körper.
Was ist jetzt aber mit der „Sport/Bewegung ist gesund“ Geschichte? Heißt das, wir können das ganz vergessen? Nur noch gesund ernähren, Chip, Cola und dergleichen verbannen und schon ist alles paletti? Weil der Six-pack wird ja in der Küche gemacht?

Gemach, gemach – wir sind schließlich von Mutter Natur als „Bewegungstiere“ geplant worden. Und dazu haben wir wunderbar große Fettspeicher mit auf den Weg bekommen. Den größten Teil unseres Energiebedarfs decken wir aus diesen „unendlichen“ Reservoirs – Kohlenhydrate dienen für den schnellen Energiebedarf. Überschüssige Kohlenhydrate aus der Nahrung (wenn die Speicher in der Muskulatur voll sind) werden in Fett umgewandelt und deponiert.

Wie hilft uns nun Sport und Bewegung um die Fettdepots nicht zu groß werden zu lassen?
• Bewegung leert die Speicher. Neu aufgenommene Kohlenhydrate füllen die Speicher wieder, was bedeutet, dass keine Umwandlung zu Fett stattfindet
• Durch Bewegung wird der Blutzuckerspiegel besser kontrolliert – und die heftigen „Spikes“ vermieden. Wer zuckerhaltig isst, wird mit hohen Anstiegen des Blutzuckers gefolgt von tiefen Abfällen konfrontiert sein. Das ergibt „Hunger“ und Gier auf schnelle, neue (Zucker) Energie. Die Fettdepots werden damit nicht reduziert.
• Die Schlafqualität wird deutlich verbessert – und im Schlaft laufen alle wichtigen (Reparatur-) Programme. Die Energie dafür wird aus den Fettdepots geholt. Stresshormone (Kortisol) laufen in die entgegengesetzte Richtung und bedeuten – Fett wird gespeichert.
Bewegung kann weißes Fett dazu bringen, sich ähnlich wie braunes Fett zu verhalten Das wird durch verringerte Größe und Flüssigkeitsgehalt der Fettzellen und mehr Mitochondrien erreicht – sehr cool!
• Jeder kennt das – Bewegung reduziert den Stress. Das ist vor allem für jene wichtig, die unter Stress zum „Stressfressen“ neigen. Hier sind es vor allem die süßen Snacks, die für die sich dann weitenden Körperformen sorgen.
Wer „seinen“ Sport gefunden hat, wird den auch gerne machen und weiter verfolgen. Dabei sollte man nicht aus den Augen verlieren:
• Wir verlieren Muskelmasse durch den Alterungsprozess, wenn wir nichts dagegen tun. Zwischen 50 und 70 liegen wir bei einem Verlust von 30%, bis 80 haben wir die Hälfte unserer Muskelmasse verloren. Und Fett zugelegt. Verhindern kann man das mit Krafttraining und einem höheren Anteil von Protein in der Nahrung. Ziemlich wirkungslos ist Ausdauertraining für den Muskelerhalt. Man sehe sich dazu in der Läufer-Community um.
• Wie schon oben erwähnt – Diät und Ausdauer werden von vielen als Allheilmittel für den Gewichtsverlust gesehen. Allerdings: nicht Fett, sondern die Muskulatur verabschiedet sich hier – etwa 1/3 des Gewichtsverlusts geht auf Kosten von Muskulatur!
• Krafttraining ist der Schlüssel zum Erfolg!

Ach ja: Bewegung ist Leben und wir wollen doch gesund leben!

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