Die Isar entdecken!

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Wie stellen euch heute einen interessanten Radweg vor – rund 300 Kilometer mit ziemlich viel Natur, herrlicher Landschaft und interessanten Städten: Entlang der zunächst türkisgrünen Isar inmitten von Kiesbänken und den imposanten Bergen des Karwendel geht es durch mahlerische Orte wie Mittenwald und Bad Tölz, man passiert das hippe München, das schöne Landshut und erreicht mit den weiten Isarauen schlussendlich die Donau bei Deggendorf.

Los geht die Tour in Scharnitz, das man am besten per Bahn erreicht. Von Innsbruck aus geht es hinauf ins Karwendel, wo die Tour an sich startet. Tipp für die nicht so routinierten Radfahrer: es gehen Regionalzüge/Schnellbahnen über Salzburg, Rosenheim, Kufstein, Innsbruck, Scharnitz. Damit erspart man sich den RailJet und die (deutlich im Voraus) notwendige Buchung von Radplätzen im Zug!

In Scharnitz sollte man sich aber die Zeit nehmen, noch zur Quelle zu fahren – von Scharnitz sind das 13 Kilometer einen Wander/Bikeweg hinauf und dieselbe Strecke retour  – beides absolvieren wir noch am Anreisetag! Hier der Isarursprung bei den Flüssen – man kann auch noch ein Stückchen weiter zu den Quellen gehen:

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Von Scharnitz aus geht es am ersten Tag entlang einer beeindruckend türkisblauen Isar – ein schon erstaunlich breiter Fluss gleich am Beginn der Reise! – entlang ihrer weißen Kiesbänke und mit beeindruckendem Alpenpanorama Richtung Norden und Richtung Deutschland. Bald nach Scharnitz ist die Grenze zu unseren Nachbarn passiert – die Überreste der Porta Claudia weisen uns nochmals darauf hin!

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Man passiert das malerische Mittenwald und reist damit aus der Gebirgswelt in die Moränenlandschaft, immer entlang des rauschenden Flusses. Die Tendenz des Weges ist klar fallend, doch stehen immer wieder kurze, mehr oder weniger steile Steigungen an, die man auf kleinen Nebenstraßen oder direkt an der Isar absolviert. Golfplätze und eine wander- und radfahr-erschlossene Landschaft begleiten uns bis die Isar zum ersten Mal aufgestaut ist: der Sylvensteinstausee wurde Mitte des vorigen Jahrhunderts errichtet, um vor Hochwasser zu schützen und mit zwei Kraftwerken Strom zu gewinnen. Die Region war ganz offensichtlich diesmal im Zentrum des heftigen Unwetters und Sturms, der Mitte August sein Unwesen trieb – auf der ganzen Strecke finden wir die Narben der Verwüstungen:

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Wenn man die Abfahrt durch den Wald hinter sich gelassen hat, führt der Isarradweg über Schotterwege direkt entlang der Isar durch die Auen, wobei sie den Beginn ihres Mittellaufs bei Bad Tölz erreicht. Hier waren wir schon – auf dem Weg vom Bodensee nach Salzburg gings in West-Ost Richtung durch, nun queren wir von Süden nach Norden!

Nach Bad Tölz müssen wir nochmals klettern, bis wir wieder entlang der Isar bis Wolfratshausen „ausradeln“. 97 Kilometer sind es so am ersten Tag geworden.

Wir sind knapp vor München (34km!), das wir bald am zweiten Tag erreichen. Aus Wolfratshausen hinaus geht es zunächst gemütlich entlang des Isarkanals, der für Ausflugsflöße nach München genutzt wird. Gaudi und Musi inbegriffen:

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Nochmals richtig klettern – dann sind wir schon in Grünwald, einem sehr quirligen Vorort südlich von München! Vorbei an der Filmstadt Geiselgasteig geht es dann in die bayrische Hauptstadt – wobei der Radweg nun direkt an der Isar ohne Schlenker in die Innenstadt verlegt ist. Wer hier abstechen will, muss das beim Deutschen Museum tun – gleich danach links über die Brücke, statt unten durch! Es ist nicht zu verfehlen.

Für alle anderen geht es unter der Brücke durch, entlang vom Englischen Garten und stets Richtung Norden durch die endlosen Isarauen und über endlose Schotterwege. Es ist egal, ob man links oder rechts der Isar fährt – der Weg geht knappest möglich am Flussufer dahin. Verfahren an sich unmöglich, allerdings sind ein paar Schilder falsch gedreht (man muss also schon wissen, wo man hin will) und wenn Baustellen auftauchen (wie in Landshut), ist es mit der richtigen Markierung oder Umleitung vorbei.

Wir beenden den Tag in Landshut – immerhin haben wir 110 Kilometer am Tacho!

Tag 3 beginnt mit Suchen – wie geht’s richtig raus, wenn der Radweg sturmbedingt gesperrt, Umleitung aber keine in Sicht ist. Es gelingt – und wieder radlen wir über Schotter (diesmal zum Teil tief) entlang der Isar und ihrer Stauseen.

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Wir sind nun im Isarunterlauf und passieren ab Landshut die Städte Dingolfing, Landau/Isar und Plattling. Aber auch den „wachsenden Felsen“ bei Landau, ein Kalktuffgebilde aus stark kalkhaltigen Quellen, das eigentlich eine steinerne Rinne ist. Sie ist in 5.000 Jahren zu fast 40m Länge und 5m Höhe gewachsen:

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Von Plattling aus ist der Weg zur Isarmündung beschrieben – die Mündung liegt zwar gegenüber von Deggendorf an der Donau, dort radelt man allerdings nicht hin! Die Isarmündung (der Ort Isarmünd) liegt am rechten Isarufer, man muss nochmals durch Aulandschaft und Naturschutzgebiet – und das etwa 10 Kilometer weiter, als auf den Tafeln angeschrieben. Dafür kann man sich von der schönen Isar, die als typischer Gebirgs- und Voralpenfluss beginnt, ein breites Flussbett mit mächtigen Schotterbänken und verzweigte Flussarme aufweist, Stauseen, Bademöglichkeiten und schließlich ausgedehnte Naturschutzgebiete besitzt, verabschieden. Die Isar ist übrigens der viertgrößte Fluss Bayerns (nach Donau, Inn und Main):

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Wir radeln von der Mündung noch am rechten Donauufer weiter bis Vilshofen und wechseln dort das Ufer nach Windorf. Damit beschließen wir Tag 3 mit 125 Kilometern.

Waren schon am Isarradweg viele E-Bikes zu besichtigen, wird der Donauradweg mittlerweile zur Motorradstrecke. Man glaubt es kaum, wieviele Menschen eine Krücke brauchen aber meinen, sehr sportlich unterwegs zu sein und viel zu leisten.

Nun denn, der Weg ist flach und breit, man cruised nach Passau – und von dort gen Süden entlang des Inn. Die Charakteristik ändert sich nicht grundsätzlich: es geht mehr oder weniger direkt am Fluss und über Schotter, aber auch auf-und-ab und durchaus heraufordernd dahin:

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Bis Simbach am Inn (gegenüber von Braunau) geht die Reise, die 94 Kilometer lang ist.

Der letzte Tag bringt uns bis Salzburg, was heißt, vorbei am Inn-Salzach-Zusammenfluss weiter entlang der Salzach zu radeln.

Auch hier heißt es: einiges zum Klettern, meist entlang des Flusses, viel Schotter, viel Auwald, viele Sturmschäden – und 81 Kilometer!

Fazit: der Isarradweg war für uns eigentlich eine 4 Flüsse Tour (Isar, Donau, Inn, Salzach), über 5 Tage mit 533 Kilometern (inklusive Isarquelle). Die Tour ist durchaus anspruchsvoll – wegen des Schotteruntergrunds, wegen der immer wiederkehrenden Steigungen und auch wegen der Länge unserer Tagestouren. Es ist ein Naturtrip, man durchquert schöne, ruhige Landschaften und nette kleine Städte – und natürlich München, Passau, Salzburg! Empfehlenswert!

 

 

 

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