E-Bikes – eine Betrachtung

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Jetzt wird es endlich Frühjahr (oder doch gleich Hochsommer?) – und die Sport-Werbemaschine rollt an. Auf der einen Seite geht es um’s Laufen, das offensichtlich jede und jeder tun muss, auch wenn er/sie mehr verzweifelt, verknittert und sehr unglücklich dabei aussieht, auf der anderen Seite fokussiert alles auf’s Rad.

Und weil’s so schön, einfach und finanziell einträglich ist: natürlich steht das E-Bike im Mittelpunkt. Radfahren ist sehr gesund, hören wir. Es fördert die Fettverbrennung, die Bewegung ist gesund und überhaupt – man fährt nicht mit dem bösen (Benziner/Diesel-)Auto schweißlos in die Arbeit sondern mit Strom, und der kommt ja supersauber aus der Steckdose.

Außerdem kann man so ein E-Bike um viele Tausend Euro verkaufen – und wenn der mittlerweile gut versteckte Akku kaputt ist, braucht man ein neues.

Aber was hat es mit dem E-Biken gesundheitlich auf sich? Ist das wirklich so? Wir haben den direkten Vergleich an uns selbst: Fahrt Tour de Mur, anspruchsvoll, rund 340km, einiges an Bergen, vor allem der Teil von St. Michael im Lungau bis Judenburg ist fordernd.

Im Vorjahr sind wir zuerst mit Tourengepäck (MTB und ca. 9kg Gepäckstasche) losgestartet. Zwei Monate später folgte die „Dienstfahrt“ per E-Bike auf der gleichen Strecke (der Auftrag lautete, vor dem Tross so schnell wie möglich die Etappe abzufahren, um eventuelle Gefahrenstellen beseitigen zu können). Das E-Bike war gleich schwer wie das Tourenrad – doch das Erlebnis anders. Leicht, easy, lustig, die Reise ging schnell, mühelos. Lässig war es – nur die Frage, was das „sportlich wert“ war, war für uns irgendwie im Raum.

Und nun: retour an die Mur, wieder per Tourenrad. Und siehe da, das Hirn hat die Strecke ganz anders abgespeichert, als sie jetzt erlebt wurde – eben easy, lustig, ohne Anstrengung und nicht mit brennenden Oberschenkeln auf den Steigungen, keuchend und deutlich spürbaren Muskeln am ganzen Körper. Statt einem schnellen Ritt muss man ein Drittel bis doppelt soviel Zeit für die Etappen einplanen und sich richtig anstrengen. Das alles fällt beim E-Bike weg. Damit spürt man …. nix.

Und genau das sollte jeder im Hinterkopf haben: das E-Bike ist sportlich wertlos. Es bringt weder für den Stoffwechsel noch für die Bewegung an sich etwas – man wird vom Bike anstrengungslos bewegt.

Es ist eine Krücke – für Alte, Kranke, Rekonvaleszente, oder jene, die „schweißlos“ in die Arbeit fahren wollen. Nach dem morgentlichen E-Bike-Ritt braucht man die Dusche nämlich höchstens gegen den Angstschweiß im Großstadtverkehr ….

Also: redet euch nix ein – nur Bewegung durch die eigene Muskelkraft ist trainingswirksam!

 

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