Eine geschichtsträchtige Runde!

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Auf der Radtour von Brno/Brünn über Bratislava nach Wien taucht die Fragestellung auf: „kennst du die Schlacht von Austerlitz?“ Natürlich! Die 3 berühmte 3 Kaiserschlacht, die Napoleon gegen Zar Alexander I und Kaiser Franz I von Österreich gewinnen konnte und damit eine politische Neuordnung Europas erzwang. Liebhaber von Asterix werden den Hinweis auch im Band „Asterix auf Korsika“ finden ……. dem Korsen schadet die Sonne nix – Napoleon griff am 2.12.1805 bei Sonnenaufgang an.

Doch zurück zu Brno – von dort gelangt man über örtliche Radwege, Eurovelo 9 nach Süden aus der Stadt und dann über Holasky nach Kobylnice zu unserem Einstieg in die rund 40km lange Runde. Hier steht gleich am Beginn eine Gedenktafel, die den Schlachtverlauf nachzeichnet, und die an mehreren Orten mit jeweils dem örtlichen Ereignissen dieses Tages wiederkehrt.

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Von Kobylnice geht es Richtung Süden nach Sokolnice, wobei man hier die erste Abzweigung (Ortstafel rechts) nehmen sollte. Hier kann man ein ehemaliges Schloß – heute ein Altersheim – und einen Kornspeicher bewundern, beide hart umkämpft, der Kornspeicher dabei die Unterbringung gefangener Soldaten. Wir befinden uns hier auf der französischen Seite der Schlacht.

Von Sokolnice geht es über einen etwas holprigen Feldweg Richtung Telnice, dessen ursprünglich romanische Kirche St. Johannes der Täufer schon weit sichtbar ist. In Telnice findet sich wiederum eine Hinweistafel und ein hölzernes Denkmal.

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Weiter geht es gleich nach Telnice auf dem Feldweg nach Žatčany, auf einem Damm, der einst zwei Fischteiche trennte (heute Felder), über die tausende Soldaten vor den Franzosen flohen. (die Teiche waren damals zugefroren)

Aus Žatčany hinaus muss man die erste Abweigung Richtung Slavkov (Austerlitz) nehmen, um Richtung Norden zum Bahnhof Sokolnice-Telnice zu gelangen. Es gibt hier überall viele verschiedene Radwege (immer mit Nummern bezeichnet!), keinen aber, der der „wirkliche“ Napoleonradweg wäre! Eine Karte sollte man daher unbedingt mithaben. Radwegschilder mit „N“ für diesen speziellen Weg finden wir etwa 5 und die rund um Prace.

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Vom Bahnhof geht es über den Hügel Richtung Prace, wobei man über die Friedenshügel (Mohyla míru) fährt. Hier fiel die Entscheidung in der Schlacht, nachdem die Franzosen die Anhöhe eingenommen hatten. Jetzt steht dort ein imposantes Friedensdenkmal von Josef Fanta und ein Museum.

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In Prace sehen wir, wie gesagt, die ersten und einzigen Radtafeln mit „N“ und die Heilig-Kreuz-Kirche, deren Turm für die Russen als Beobachtungsstand diente. Wieder geht es über einen holprigen Feldweg (Motto: wenn keine Tafel, dann geradeaus) nach Blažovice, an dessen Ortsende eine Schmiede steht, die den Franzosen dazu diente, die Pferde zu beschlagen.

Weiter geht es auf einer Landstraße, die die Landesstraße Brno-Olomouc kreuzt, nach Tvarožná, wo direkt am Fluss die Nachbildung einer Kanone aufgestellt wurde.

Der Weg aus Tvarožná ist nicht beschildert, man müsste bei erster Gelegenheit nach rechts über den Fluss abbiegen. So kommen wir unter der Kirche der Anhöhe Santon vorbei, wo Franzosen eine stark befestigte Stellung am Berg hielten. Diese versuchten die Russen vergeblich einzunehmen. Auf den Gipfel kommt man allerdings nur zu Fuss.

Nachdem wir uns hier kurz verfahren hatten, nehmen wir die Landstraße Brno – Olomouc und machen einen Abstecher zum Žuráň. Dieser Hügel, war Napoleons Beobachtungsposten während der Schlacht, und der Gipfel ist dabei bis heute französischer Besitz! Sein Angriffskommando auf den Pratzeberg (Prace) ist in das Steindenkmal eingemeißelt.

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Am Ende der Runde steht Šlapanice, wo sich im Gebäude der einstigen Scholasterei ein Museum zur Schlacht bei Austerlitz befindet. Die Scholasterei war das Stabsquartier des französischen Generals Soult. In der Kirche Mariä Himmelfahrt daneben brachten die Franzosen gefangene Soldaten unter. Das Gymnasium, das einstige Schloß, war während der Schlacht ein französisches Lazarett.

Eine spannende Runde – und gut, um Geschichtskenntnisse wieder aufzufrischen. Das Leben der Soldaten und Bewohner zu dieser Zeit mag man sich allerdings nicht vorstellen.

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