Aufräumen nach dem Sport

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Forscher an der Fakultät für Ernährung, Bewegung und Sport der Universität Kopenhagen haben gezeigt, wie nach dem Sport die Muskulatur sozusagen aufgeräumt – d.h. von verbrauchten Proteinen gereinigt – wird. Ubiquitin (ein Protein) bindet dabei an die verbrauchten Proteine und markiert sie so für den Abbau. Das verhindert die Anhäufung von geschädigten Proteinen und trägt dazu bei, die Muskeln gesund zu erhalten.

Eine gesunde, kräftige, ausbalancierte Muskulatur ist für unsere Beweglichkeit und für die Stoffwechselregulierung enorm wichtig. Körperliche Aktivität hilft dabei und wirkt sich auf die Gesundheit positiv aus – die in den Muskel gespeicherten Kohlehydrate (der Großteil aus unserer Nahrung) sind dabei zentral.

Wenn wir uns bewegen (oder Sport betreiben) werden Proteine der Muskulatur abgebaut und in einem Reinigungsporzess eliminiert – dadurch wird es möglich, sie durch neu synthetisierte Proteine zu ersetzen. Der Reinigungsprozess geht so von statten – wie dänische Forscher in Zusammenarbeit mit Forscherkollegen an der Universität von Sydney, Australien gezeigen konnten – dass die Aktivität des Proteins Ubiquitin signifikant erhöht wurde. Das konnte schon mit einer einzigen, intensiven, etwa zehnminütigen Radeinheit demonstriert werden. Ubiquitin agiert dann als „Totesmarker“, um die gekennzeichneten Proteine gezielt entfernen zu können. Damit ist der Weg zur Anreicherung neuer Proteine geebnet.

Ubiquitin selbst ist ein kleines Protein, das sich an die Aminosäure Lysin auf abgenutzten Proteinen anheftet, worauf das Protein zu einem Proteasom transportiert wird, einer Struktur, die Proteine verschlingt und sie als Aminosäuren ausspuckt. Diese Aminosäuren können dann bei der Synthese neuer Proteine wiederverwendet werden. So trägt Ubiquitin zu einer sehr nachhaltigen Zirkulation der körpereigenen Proteine bei.

Zwar hat sich umfangreiches Wissen darüber angesammelt, wie Muskeln den Aufbau neuer Proteine während des körperlichen Trainings regulieren, doch ist viel weniger darüber bekannt, wie Muskelkontraktionen und Training dazu dienen, abgenutzte Proteine signifikant zu reinigen. Nach Erkenntnissen dieser Studie verstärkt körperliche Aktivität die Ubiquitin-Markierung abgenutzter Proteine.

Die Nutzung der Muskulatur (Sport und Bewegung) setzt also Prozesse in Gang, die die Muskulatur gesund, funktionsfähig und kräftig halten. Wobei noch viele Fragen offen sind, beispielsweise wie sich unterschiedliche Trainingsprogramme, Geschlecht, Ernährung und genetischer Hintergrund auf die Vorgänge und damit auf die Möglichkeit der Beeinflussung der optimalen Muskelfunktion auswirken.

Bis wir wieder mehr wissen gilt wie immer: iss‘ was g’scheites und bewege dich!

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