Stressfrakturen – warum Frauen ein höheres Risiko haben

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Laufen ist – vor allem im Freizeitbereich – ein Frauensport! Doch die negative Seite ist, dass viele von Stressfraktruren geplagt werden – die Wahrscheinlichkeit dafür liegt dabei sogar doppelt so hoch wie bei den Männern. Warum das so ist, hat sich eine neue Pilotuntersuchung angesehen, die auf physiologische Faktoren hinweist. Diese könnten in das Routine-Screening auf das Stressfrakturrisiko einbezogen werden und Veränderungen im Trainingsansatz bewirken.

In der Studie (es waren deren zwei) wurde nicht auf Eliteathletinnen fokussiert, sondern mit Freizeitläuferinnen gearbeitet. 40 Frauen im Alter von 18-65 Jahren nahmen an beiden Studien teil, 20 von ihnen hatten bereits eine Vorgeschichte mit Stressfrakturen und wurden mit 20 Frauen ohne Vorgeschichte verglichen. Abgezielt wurde auf physiologischen Faktoren wie Knochenstruktur und -dichte, Muskelmasse, hormoneller Status bis hin zu Faktoren, die von der Trainingsroutine beeinflusst werden, wie Trainingsintensität, Ernährung, unzureichende Kräftigung und Ignorieren von Schmerzen.

Die Teilnehmerinnen wurden einer umfassenden Blutuntersuchung unterzogen, wobei auch auf die Hormone Estradiol und Testosteron, Vitamin D, Kalzium fokussiert wurde und es wurde eine Dual-Energie-Röntgenabsorptiometrie (DXA) gemacht, um die Knochenmineraldichte zu prüfen.

Es gab zwar keinen Unterschied im Östradiolhormonspiegel zwischen den beiden Gruppen, Frauen mit einer Stressfraktur-Anamnese berichteten jedoch über Menstruationsveränderungen oder unregelmäßige Perioden infolge ihres Trainings oder während der Trainingsspitzen. Ihr Blutbild wies zudem auf einen erhöhten Knochenumsatz hin und die DXA-Tests ergaben eine geringere Mineraldichte des Hüftknochens, was auf eine verminderte Knochenfestigkeit hindeutet.

Zusätzlich zu den Untersuchungen wurden Interviews geführt, die zeigten, dass Frauen mit Stressfrakturen generell
* das Training schneller erhöht hatten
* weniger Zeit für eine ausgewogenen Ernährung hatten
* auf Krafttraining verzichtet hatten
* trotz Schmerzen gelaufen waren und Schwierigkeiten hatten, die Schmerzen richtig einzuordnen

Es liegt also im allgemeinen Interesse, mehr Information an die Läuferinnen zu bringen, vor allem über die Notwendigkeit des Krafttrainings und der Ernährung.

Eine routinemässige Untersuchung von Läuferinnen auf Knochendichte und -festigkeit könnte auch hilfreich sein – diese werden eher bei Frauen nach der Menopause durchgeführt. Doch sind Menstruationsunregelmäßigkeiten ein Warnzeichen – bei den Eliteläuferinnen kennt man dazu die Female Triad – Essstörungen/Amenorrhoe/Osteoporose.

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