Noch immer Wanderzeit

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Schön langsam kommt zwar der Winter ins Land gezogen, doch sind viele Tage noch sehr einladend, eine Wandertour zu unternehmen.

Wer allerdings meint, Wandern wäre so etwas wie „länger Spazierengehen“ könnte sich schnell in der aktuellen Unfallstatistik wiederfinden. Und die sieht gerade für die vermeintlich so harmlose Freizeitaktivität Wandern eher schlecht aus. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit listet Wandern/Klettern/Abenteuer (zwar in einem Posten zusammengefasst) immerhin an 5ter Stelle der Sportunfälle in Österreich, wobei allerdings das reine Wandern überraschenderweise die „gefährlichste“ Variante darstellt.
Im langjährigen Durchschnitt sterben 292 Menschen im Jahr in Österreichs Bergen, von den 268 im Jahr 2018 waren 88 Wanderer! Herz-Kreislaufversagen, Stolpern/Stürzen/Abgleiten und Abstürze führen die Todesursachen an.

Wandern ist allerdings nicht gefährlich, wann man 3 einfache Regeln beherzigt:
1. Ausrüstung und körperliche Vorbereitung
2. Planung
3. realistischen Selbsteinschätzung

Am besten ist es mittlerweile mit der Ausrüstung bestellt – ordentliches Schuhwerk und gute Kleidung sind eigentlich überall zu sehen. Eklatant hinterher hinken offensichtlich die körperliche Vorbereitung (ja, man muss entsprechend fit sein!) und die entsprechende Planung (wie viel Zeit habe ich, wie lange dauert die Tour, welche Hütten liegen am Weg, haben die auch offen. Wir haben über ein entsprechendes Management schon berichtet.

Der Klassiker ist der Stadtmensch mit viel Stress, der ein Bergwochenende in der Höhe einlegt und in Rekordzeit ein paar „Gipfel mitnehmen“ will – und seine Whatsapp Gruppe(n) mit tollen Bildern beeindrucken will. Alles noch garniert mit den entsprechenden Risikofaktoren – eher mit zuviel Fett an den Rippen, kränklich, Hochdruckpatient, wenig bis keine Bewegung im Alltag, immer auf Hochtouren laufend – und alles ist für das Herzversagen angerichtet.

Zur Ausrüstung gehört allerdings auch, dass die Wanderschuhe passen (keine Blasen) und für das Gelände passen, dass Wanderkarten (echte!) mit dabei sind (der Handyempfang ist nicht garantiert und ein Satellitentelefon wird man wahrscheinlich nicht übers Wochenende mitnehmen), dass man die Karten auch lesen kann (!), dass man über die Notrufnummern Bescheid weiß und diese auch eingespeichert hat, dass genügend Wasser, Essen und weitere Bekleidung mit dabei sind, denn ein Wetterumschwung kann sehr schnell sehr ungemütlich werden!

Über die körperliche Vorbereitung haben wir hier schon viel geschrieben – Wandern ist anstrengend und oftmals kräftemäßig herausfordernder ist der Abstieg! Wenn körperliche Belastung ungewohnt ist, bedeutet das einen ordentlichen Stressfaktor für den Organismus mit erhöhtem Puls und Blutdruckspitzen – und wenn dann noch größere Höhen (ab 2.500m) dazukommen, muss man Vorsicht walten lassen! Deshalb gilt in Fachkreisen der Kilimandscharo (5,895m) als besonders herausfordernd – technisch eher nicht wirklich anspruchsvoll kann man schnell viele Höhenmeter machen (was viele Reiseanbieter tun), allerdings möglicherweise auf Kosten der Gesundheit (Hirnödeme).

Sich gut vorzubereiten, die richtigen Fragen zu stellen – wie oben angeführt – stellen die Eckpfeiler der ordentlichen Planung dar. Und mit entsprechender Selbsteinschätzung (was kann ich wirklich?) kann man dann auch Winterwanderungen angehen, die einen besonderen Reiz darstellen.

In diesem Sinne – viel Spaß beim Wandern!

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