Mythbusters 2

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Weiter geht es mit ein paar Mythen:

1- Vitamin D – das ist KEIN Vitamin! Es ist ein Hormon und eingebettet in in komplexes hormonelles Regelwerk. Ein Mangel an „Vitamin D“ ist in erster Linie ein Indikator für einen Mangel an Sonne! Der Körper hat übrigens eine enge Regulation dieses Hormons im Körper vorgesehen, daher ist wirklich Zurückhaltung angesagt, was die Einnahme als „Nahrungsergänzung“ betrifft. Bei Tieren, die viel Goldhafer fressen, der viel Vitamin D enthält, kommt es zur Verkalkung, weil der Kalziumspiegel erhöht wird – das passiert auch bei Menschen! Auch darf man Versprechen der Gewichtsabnahme nur so verstehen, dass eine hohe Vitamin D Dosierung (quasi eine Vergiftung) zu Appetitmangel führt – und weniger essen zu weniger Gewicht. Allerdings sollte man sich diesen Weg nicht wünschen. Und ja – Vitamin D wird noch immer als Rattengift verwendet.

2- Folsäure – ein weiteres „must have“. Der Körper kennt eigentlich nur Folat, und hat für die Aufnahme desselben ebenso ganz enge Limits und eine feine Balance. Folsäure ist das, was uns die Nahrungsergänzungsmittel-Industrie so warm ans Herz legen will, wobei man hoffte, aus Folsäure werde Folat im Körper und alles passt. Aber nix da – es gibt Studien die zeigen, dass Folsäure potenziell schädlich ist. Der Körper kann Folsäure nämlich nicht gescheit verstoffwechseln. Ja und Anti-Krebsmittel sind oft Anti-Folsäure-Mittel.
Und die wichtigste Ursache für den offenen Rücken, das Haupteinsatzgebiet für Folsäure? Verschimmeltet Mais und die vorhandenen Pilzgifte.

3- Die Natur ist gut und gütig und perfekt – also alles natürlich! In der Natur geht es um das Überleben des Angepassteren. Das Konzept „Nachhaltigkeit“ gibt es jedenfalls nicht. Kein Lebewesen will gefressen werden, also hat „Mutter“ Natur eine Unmenge von Abwehrmechanismen ausgeliefert. Während bei Tieren Klauen, Reißzähne, Schnäbel etc. bekannt sind, haben sich die Pflanzen mit chemischen Keulen bestückt. Und die sind eben nicht gut und gütig. Das Jakobskreuzkraut beispielsweise, dass die Straßenbanketten überwuchert hat, enthält Pyrrolizidinalkaloid. Bienen, die daran naschen bringen dieses in den Honig, wobei 0,42 Mikrogramm/Tag als Aufnahme für Menschen kritisch sind. Es gibt Honige mit 212 Mikrogramm/kg am Markt. Hier sind 2g Honig dann gefährlich. Und so geht es mit vielen „natürlichen Nahrungsergänzungen“.

Jakobskreuzkraut
3- Und auch bei grünen Smoothies gilt: was Oma weggeworfen hat (grüne Blätter von Karotten etc. zum Beispiel) hat sie aus gutem Grund weggeworfen – das Zeug ist potentiell giftig. Pflanzen haben nämlich erstaunliche Pestizide, Fungizide und Insektizide entwickelt.

Die Natur hängt dabei auch der schwer verpönten Chlorchemie an – so produzieren Cyanobakterien 2,4 – D, Meeresalgen geben Methylbromid, ein ozonschädigendes Treibhausgas, ab; Chloramphenicol wird von Bodenlebewesen im Acker erzeugt – und kann von Weizen aufgenommen werden. Um nur ein paar wenige Beispiele zu nennen.

Auch der „Superstar“ Sulforaphan aus dem Brokkoli (den man darum in Mengen essen soll) wird in der Leber zu einem Fungizid bzw. einem TCDD verwandten Insektizid.

Deshalb hat Oma die Kohlarten lange gekocht (und das Kochwasser aus gutem Grund weggeschüttet!), fermentiert und gekocht (Sauerkraut) – auf jeden Fall lange behandelt, um das Gift möglichst wegzubekommen.

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